Illegale BVB-Plakate

Auch 3 Tage nach Guerilla-Aktion hängen noch gefälschte BVB-Plakate gegen Nazis in Dortmund

Die gefälschten BVB-Plakate gegen Nazis haben am Wochenende für Aufsehen gesorgt. Und sie tun es immer noch: Mindestens ein Plakat hängt auch am Dienstag noch - an prominenter Stelle.

Als der erste Passant sein Smartphone zückt, um ein Foto zu machen, sind schnell zwei andere Männer zur Stelle und tun dasselbe. Auch sie wollen das schwarz-gelb gestaltete Plakat im Bild festhalten, das BVB-Star Mario Götze, Bayern-Spieler Mats Hummels und ein vermeintliches Götze-Zitat zeigt: "Lieber die Meisterschaft an Bayern verlieren als Dorstfeld an die Nazis."

Der Grund für das große Interesse an dem Plakat, das auch am Dienstagmittag noch an der Ecke Hövelstraße/Hoher Wall hängt, direkt vorm Schauspielhaus, ist einfach: Es ist gefälscht. Unbekannte haben zahlreiche solcher Plakate mit unterschiedlichen Motiven professionell designt und produziert und es so aussehen lassen, als wäre der BVB Urheber.

Die Polizei spricht von 40 gefälschten BVB-Plakaten stadtweit

Nachdem der BVB die Fälschung am Samstagmittag aufklärte, sollten die Plakate - die Polizei sprach von 40 Stück stadtweit - eigentlich schnellstmöglich aus dem Stadtbild verschwinden. Die Firma Wall etwa, in deren Glasvitrinen in der Innenstadt viele Plakate hingen, hat die Plakate längst entfernt.

Doch noch immer hängen eben einige der großflächigen Motive. Und sorgen weiter für Aufmerksamkeit. Und in vielen Fällen auch für Sympathie: Klare Kante gegen Nazis zu zeigen, das finden die allermeisten Dortmunder gut.

Bei der Polizei sind noch keine Zeugenhinweise eingegangen

Bei der Polizei Dortmund läuft unterdessen weiterhin die Suche nach den unbekannten Urhebern der Plakate. Der Staatsschutz ermittelt - bislang gebe es aber keinen Tatverdächtigen, sagte am Dienstagnachmittag eine Polizeisprecherin auf Anfrage.

Und: Die Polizei habe bislang keinerlei Hinweise von Zeugen zu den Urhebern beziehungsweise Verteilern der Plakate erhalten. Die Betreiber von Plakatwänden liefern die gefälschten Plakate als Beweismittel bei der Polizei ab.

Die Polizei geht davon aus, dass die Plakate am Samstag (11. 5.) platziert wurden. Sie sucht weiter Zeugen unter Tel. 0231/132-7441.

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