Illegale BVB-Plakate

Video im Internet zeigt, wie Unbekannte die gefälschten BVB-Plakate gegen Nazis aufhängen

Dortmund - Seit Tagen wird in Dortmund gerätselt, wer die gefälschten BVB-Plakate gegen Nazis aufgehängt hat. Ein Video im Internet zeigt die Guerilla-Plakatierer bei der Arbeit.

Am vergangenen Samstag (11. 5.) hingen in der gesamten Dortmunder Innenstadt plötzlich BVB-Plakate gegen Nazis. Schnell stellte sich heraus (nachdem der BVB es auch klargestellt hatte): Die Plakate waren gefälscht, der BVB nicht der Urheber.

Seitdem wurde in Dortmund gerätselt, wer die Plakate mit frei erfundenen Sprüchen von BVB-Stars, die sich gegen die Rechtsextremen in Dorstfeld stellen, aufgehängt hat. Am Donnerstag (16. 5.) ist nun ein Video im Internet aufgetaucht, das (ab Minute 2:05) Unbekannte beim Aufhängen der Plakate zeigt: Mehrere Männer in Warnwesten werden gezeigt, wie sie an verschiedenen Standorten in der Stadt Glasvitrinen öffnen, um dort die gefälschten BVB-Plakate zu befestigen, und, wie sie großflächige Plakate auf Werbewände kleben. Untermalt sind diese Szenen mit der BVB-Hymne "You'll never walk alone".

Anfangs sind die Unbekannten noch im Halbdunkeln zu sehen, später sieht es nach frühen Morgenstunden aus, es sind schon Passanten auf der Straße unterwegs. Sprich: Eine reine Nacht- und Nebelaktion war das Aufhängen der Plakate nicht.

Polizei prüft den Inhalt des Videos

Bei der Dortmunder Polizei ist das Video bereits bekannt. "Wir prüfen den Inhalt", sagte ein Sprecher auf Anfrage unserer Redaktion.

Das Video könnte nach erstem Anschein von einem Künstlerkollektiv namens "Rocco und seine Brüder" und der Aktivistengruppe "Modus" hochgeladen worden sein. Die Namen beider Gruppen sind im Abspann des Videos zu sehen. Die Macher des gut fünf Minuten langen Videos nehmen Bezug auf die starke mediale Resonanz, die die Plakataktion in Dortmund und darüber hinaus erzeugt hat. Unter anderem sind zahlreiche Ausschnitte aus Berichten der WDR-Lokalzeit zu sehen.

Einblick in die Nazi-Szene Dortmunds

Vor den Szenen, in denen die Plakate aufgehängt werden, gibt das Video gewissermaßen einen Einblick in die Nazi-Szene in Dortmund: Es sind Bilder aus Dorstfeld, wo einige Nazis wohnen, und Aufmärsche von Rechtsextremen zu sehen.

Zum Abschluss des Videos sagt eine Frauenstimme aus dem Off Folgendes: "Ich bin gespannt, was passiert, wenn die Urheber der Fake-Plakate gefunden sind. Vielleicht setzen die sich mit dem BVB mal zusammen und entwickeln etwas Neues gegen Rechts, das dann nicht nur legal ist, sondern wieder für großes Aufsehen sorgt. Denn Nazis kann nicht oft genug klargemacht werden, dass sie in Deutschland keinen Platz mehr haben."

Das Berliner Kollektiv "Rocco und seine Brüder" zeichnet nach eigenen Angaben auf seiner Internetseite für große Installationen im öffentlichen Raum verantwortlich. In einem Artikel von 2017 schreibt die "taz" über die Vorgehensweise der Gruppe: "Ihre Kunst sprengt nicht nur den gewöhnlichen, sondern auch den legalen Rahmen. Ihre Aktionen fallen unter Hausfriedensbruch, Eingriff in den Schienenverkehr und Sachbeschädigung." Auch in Dortmund laufen nach der Aktion mit den gefälschten BVB-Plakaten Ermittlungen. Der Eigentümer der Vitrinen, die geöffnet wurden, hat Anzeige wegen Sachbeschädigung gestellt.

Bei der zweiten mutmaßlich am Video beteiligten Gruppe "Modus" handelt es sich offenbar um Aktivisten, die gegen Rassismus kämpfen.

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