Industrie 4.0

Berufskolleg Datteln macht sich fit für die Zukunft

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Kreis Recklinghausen - Fit für die Zukunft: Im Berufskolleg Datteln ist die Industrie 4.0 Teil des Schulalltags. Denn dort sollen möglichst rasch im neuen Jahr 2019 „humanoide Roboter“ angeschafft werden.

Mit Spitzentechnik vollgestopfte menschenähnliche Wesen mit Gliedern, Rumpf und Kopf für den Berufskolleg-Unterricht? Aber ja, heißt es bei der Spurensuche an der Hans-Böckler-Straße 2 in Datteln. Dort ist „Industrie 4.0“ kein abstraktes Schlagwort, sondern Teil des Schulalltags.

Ein Spaziergang durchs Berufskolleg mit der stellvertretenden Schulleiterin Juliane Brüggemann lässt staunen. Etwa über eine Mini-Produktionsstraße mit acht Stationen, an deren Bändern Schüler die volldigitalisierte Fertigung präziser Bauteile programmieren. Von Zauberhand werden Handygehäuse so positioniert, dass man bis auf Millimeterbruchteile genau Bohrungen setzen kann. Komplette Produktionsabläufe werden nachvollziehbar. Mikrolektronik, Mechanik, Pneumatik, Informatik – alles hängt mit allem zusammen. Die Produktionsstraße im Berufskolleg ist kein Spielzeug, sie vernetzt Maschinen, Sensoren, Rechner, Menschen. Industrie 4.0 eben.

Im Nachbarraum unterrichtet Stephanie Wulff – die studierte Elektrotechnikerin wird mit ihren Schülerinnen und Schülern die „Nao-“ Roboter programmieren, für die der Kreis RE gerade Angebote einholt. Acht Exemplare der etwa 58 Zentimeter hohen und mit Kameras, Sensoren und Prozessoren gespickten Kerlchen sollen im Unterricht zum Einsatz kommen – auch sie sind nicht vergleichbar mit Kinderzimmer-Produkten. „Sie sind programmierbar – und das ist ja das eigentlich Spannende und die Herausforderung“, berichtet die 40-jährige.

Eigener Hybridmotor

Das Bereitstellen von Hightech-Werkzeugen, mit denen Berufskolleg-Schüler später im Großmaßstab konfrontiert werden, hat seinen Preis – früher sündhaft teuer, sind „Naos“ mittlerweile für 5000 Euro und darunter zu haben.

Auch die Kfz-Werkstatt am Berufskolleg in Datteln lässt sich der Kreis RE einiges kosten: Dort warten Originalmotoren auf die Schüler, neben einem Diesel kann Kfz-Meister Reiner Barz nun auch einen Toyota-Hybridmotor mit Hochvolt-Technik anwerfen – das, was angehende Kfz-Mechatroniker in der betrieblichen Ausbildung sehen, muss auch die Schule abbilden.

Wer sehen will, wie Industrie 4.0 Einzug hält, ist Freitag, 18. Januar, von 17 bis 18 Uhr willkommen. Spätschicht heißt der Titel des Info-Abends (Ingenieurtechnik).

Industrie 4.0 im Berufskolleg bringt Maschinenbauingenieur und Lehrer Martin Große Perdekamp so auf den Punkt: „Wir müssen die Realität in die Schule holen.“ Am Berufskolleg Ostvest unterrichtet Große Perdekamp im Metallbereich. Auch in der Metallwerkstatt stehen keine Spielzeuge, sondern CNC-Fräsen und Drehmaschinen auf Industrieniveau. „Die Digitalisierung wird zunehmen, auch die Entkopplung von Konstruktion und Fertigung.“

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