Industrieklub in Dortmund wird 100 Jahre alt

Lob für die Stimme der Wirtschaft in Westfalen und den Wandel der Stadt

Dortmund - Genau vor 100 Jahren wurde der Westfälische Industrieklub in Dortmund gegründet. Beim Festakt mit Redner Wolfgang Clement in der Reinoldikirche schaute man aber nicht nur in die Vergangenheit. Es gab viel Kritik an der Berliner Politik und Lob für die Entwicklung Dortmunds.

Speziell wenn es um Wirtschaftsfragen geht, ist der inzwischen 77-jährige Ex-Ministerpräsident und Ex-Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement für klare Worte bekannt. Ein passender Festredner also für den Westfälischen Industrieklub, der sich auf die Fahnen geschrieben hat, die Interessen der heimischen Wirtschaft in der Region zu vertreten - und das seit 100 Jahren. "Ein stolzes Jubiläum", stellte Ehrengast Clement fest.

Zuvor hatten der amtierende Vorstandsvorsitzende des Industrieklubs Joachim Punge und ein kurzer Film mit Bildern aus 100 Jahren einen kurzen Abriss der bewegten Geschichte des "Jubilars" geliefert. "Der Industrieklub ist in Dortmund die gute Stube der Wirtschaft", erklärte Punge selbstbewusst.

Kritik an Großer Koalition

Dann bekam Wolfgang Clement einen Tag vor dem Neustart der Großen Koalition ("Groko") in Berlin die Gelegenheit, den aktuellen Politikern die Leviten zu lesen. "Die alte Groko war vor allem groß im Geldausgeben und Regulieren, aber ganz klein in der Zukunftsgestaltung", beklagte Clement. "Wir erleben in Deutschland eine Zunahme des staatlichen Dirigismus."

Vehement forderte der 77-Jährige Investitionen in Bildung, Forschung und Wissenschaft. Auch wenn es im neuen Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD auch positive Ansätze gebe, sei auch da die Groko zu zaghaft.

"Wandel der Stadt unübersehbar"

Viel Lob gab es von Clement, der von 1968 bis 1986 als Journalist in Dortmund gearbeitet hatte, dagegen für die Entwicklung Dortmunds. "Der Wandel der Stadt ist unübersehbar und beeindruckend. Es ist fantastisch, was hier geschaffen wurde", sagte Clement. Er lobte Dortmund als Paradebeispiel für den Strukturwandel, der allerdings "eine ständige Aufgabe" bleibe.

Wirtschaftsförderungs-Chef Thomas Westphal, der dem Industrieklub die Glückwünsche der Stadt zum 100-jährigen Bestehen überbrachte, wird es gern gehört haben. "Der Industrieklub wird auch in Zukunft wichtig sein", zeigte er sich überzeugt.

Allerdings darf man bei aller Zukunftsorientierung durchaus auch Traditionen pflegen. Zum Abschluss des Festaktes wurde - nach einer sehr schönen Kanon-Einlage mit fast 400 jungen Sängerinen und Sängern der Chorakademie - gemeinsam das Steigerlied gesungen.

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