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Der Haardschacht im Jammertal mit einer Drohne aus der Luft fotografiert. Geht es nach dem Verein „Haard1 e.V.“, sollen viele Bereiche der Zechengebäude erhalten und sinnvoll in die Natur eingebunden werden.

Industriekultur

Verein kämpft für Erhalt des Haardschachtes

Datteln - Der Haardschacht soll im kommenden Jahr abgerissen werden. „Haard1“ möchte stattdessen das Bergwerk-Relikt und Naturschutz verbinden.

Der Haardschacht im Jammertal ist Dattelns letztes Relikt aus alten Bergwerkszeiten – und auf dem besten Weg, zu verschwinden. Nachdem die Ruhrkohle den eigentlichen Schacht bereits 2015 verfüllen ließ, soll im kommenden Jahr der Abriss der überirdischen Gebäude erfolgen. Das möchte der neu gegründete Verein „Haard1“ verhindern. Stattdessen, so der Wunsch von Vereinsgründer Philip Barg, sollen möglichst viele Teile der Schachtanlage erhalten werden.

Und nicht nur das. Der 29-jährige Dattelner und seine Mitstreiter möchten den Verlust dieses Stücks Stadtgeschichte mit Naturschutz verbinden. „Die Route der Industriekultur haben wir schon. Warum bauen wir nicht auch eine Route der Industrienatur auf“, erklärt der gelernte Informatiker im Gespräch mit unserer Zeitung.

Verein soll durchfinanziertes Konzept präsentieren

Barg weiß aber auch, dass die Zeit drängt. Seit Wochen laufen am Schacht vorbereitende Arbeiten für den bevorstehenden Abriss. Konkret entfernt eine Fachfirma asbestbelastete Bereiche, wie Stephan Conrad, Sprecher der zuständigen RAG Montan Immobilien, auf Anfrage erklärt. Philip Barg hat schon mehrfach Kontakt zum Unternehmen aufgenommen.

Bislang allerdings ohne konkreten Erfolg. Dort ist man eher skeptisch, was das Vorhaben von „Haard1“ angeht. Auch ob der Tatsache, dass der Haardschacht für die Ruhrkohle weiterhin als Sicherungsstandort für die Grubenwasserbehandlung Verwendung findet. Vor allem müsste der Verein ein schlüssiges und durchfinanziertes Konzept präsentieren, heißt es von der RAG Montan Immobilien.

Großteil der Gebäude soll erhalten bleiben

Gerade deshalb hat sich „Haard1“ als gemeinnütziger Verein eintragen lassen, um auch Spenden für das Projekt generieren zu können. Die RAG habe den Rückbau mehrfach versäumt, die Natur ihre Arbeit getan und sich das Gelände zurückerobert, betont der Verein. Ziel ist es, dieses Gelände entsprechend der umgebenden Natur zu gestalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Interessierte Menschen sollen hier erleben und lernen können, das Natur und Umweltschutz auch auf alten Industriebrachen realisierbar ist. Für Barg ist es wichtig, dass hier nicht nur Waldfläche entsteht, sondern mit Unterstützung von professionellen Landschaftspflegern auch wertvolle ökologische Bereiche wie zum Beispiel auf dem noch vorhanden Parkplatz eine Wildbienenwiese, so eine Idee von „Haard1“.

Ein Großteil der Gebäude soll erhalten bleiben, um Raum zum Beispiel für Ausstellungen zu schaffen. Philip Barg weiß, dass das Ganze nicht einfach wird. Aber er und seine Mannschaft möchten zumindest alles versucht haben, um diese Chance zu nutzen – bevor der Haardschacht endgültig verschwunden ist.

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