Insekten: Was Eltern und Kinder wissen sollten

Können drei Hornissenstiche wirklich ein Pferd töten?

Dortmund - Auch in einer Großstadt wie Dortmund gehören Insekten immer noch zu unserem Alltag - zum Glück. Trotzdem gibt es viel Unsicherheit im Umgang mit ihnen. Hier erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen - und was Sie wahrscheinlich gern weitererzählen.

Das Wichtigste in Kürze:

Die drei Einschränkungen (siehe oben):

1. Stechende Insekten (Bienen, Wespen, Hummeln und Hornissen) sollte man nicht in den Mund bekommen oder gar verschlucken. Das kann lebensbedrohlich werden, wenn sie zum Beispiel in den Hals stechen und der anschwillt. Deswegen: Hingucken, bevor man am Eis leckt oder aus dem Cola- oder Bierglas trinkt. Vor allem im Spätsommer, wenn die Wespen sich langweilen.

2. Wer einem Nest zu nahe kommt oder es beschädigt, wird wahrscheinlich angegriffen, möglicherweise von sehr vielen Nestbewohnern gleichzeitig.

3. Wer auf Insektenstiche allergisch reagiert, für den kann im Extremfall sogar ein schlichter Bienen- oder Wespenstich lebensgefährlich werden, wenn er nicht ärztlich behandelt wird. Allerdings passiert das äußerst selten.

Das deutsche Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt, Helmholtzzentrum München, geht davon aus, dass maximal jeder 20. Erwachsene und weniger als jedes 100. Kind überhaupt allergisch auf Insektenstiche reagieren. Und die allergischen Reaktionen dieser Personen sind sehr unterschiedlich, die meisten sind minder schlimm, nur sehr selten entsteht Lebensgefahr.

10 Insekten, die Ihnen in der warmen Jahreshälfte in Dortmund begegnen werden, und was Sie über sie wissen müssen

1. Die Wespe

Woran man Wespen erkennt

Ganz einfach: an der Wespentaille. Jede Wespe hat eine, und nur Wespen haben sie.

Was Eltern und Kinder über Wespen wissen sollten

Wespen sind die am wenigsten entspannten Insekten in Dortmund - aber auch vor ihnen müssen Sie keine Angst haben. Es reicht, wenn Sie sich ihnen gegenüber respektvoll verhalten

Das bedeutet: Lassen Sie die Wespe in Ruhe, dann lässt sie Sie auch in Ruhe. Schlagen Sie nicht nach ihr, wedeln Sie sie nicht zu offensiv weg. Wenn eine Wespe von selbst näher kommt, bewegen Sie sich nicht hektisch, denn dann kriegt sie Angst und könnte stechen.

Der Stachel vieler Wespenarten ist zu klein, um die menschliche Haut zu durchstechen. Das gibt höchstens einen winzigen Kratzer. Nur manche können überhaupt so zustechen, dass es weh tut.

Hornissen sind auch Wespen. Sie sind zwar eindrucksvoll groß und laut, aber weniger gefährlich als andere Wespen. Sie haben ein ruhigeres Gemüt und werden nur dann unruhig, wenn man ihrem Nest zu nahe kommt. Ihr Stich tut weniger weh als der von anderen Wespen.

Im April schlüpfen die ersten Königinnen, in den Sommermonaten kommen die Arbeitsdrohnen nach. Im Spätsommer, August, September und Oktober, zur Pflaumenzeit, werden die Wespen kecker und gehen auf die Suche nach Süßem: Kuchen, Saft, Eis, Limonade, Bier.

In dieser Zeit stechen sie auch schneller. Wenn sich also eine Wespe auf den Kuchen setzt, am besten warten, bis sie satt ist und von selbst weiterfliegt.

Wespen-Party-Talk

Warum es gut ist, dass es Wespen gibt

Wespen mögen Blütennektar, und beim Fliegen von Blüte zu Blüte bestäuben sie die Blüten wie Bienen auch. Und sie sind Insektenjäger, sie fressen kleine Schädlinge und Mücken.

2. Die Honigbiene

Woran man Honigbienen erkennt

Honigbienen von Wespen (kleiner, schlanker, Wespentaille), Hummeln (dicker, pelziger, lauter) und Hornissen (deutlich größer und lauter) zu unterscheiden, ist nicht schwer. Schwieriger ist es, sie von den vielen Wildbienenarten zu unterscheiden.

Es gibt aber Anhaltspunkte. Es ist wahrscheinlich eine Honigbiene, wenn

Es ist wahrscheinlich keine Honigbiene, wenn

Was Eltern und Kinder über Honigbienen wissen sollten

Honigbienen sind Arbeitstiere. Sie haben nur ihren Job im Kopf. Wenn man sie nicht davon abhält, ihren Job zu machen, dann hat man nichts zu befürchten.

Ihr Bienenstock ist ihnen heilig. Den sollte man in Ruhe lassen. Außerdem gehört ihr Bienenstock nicht nur den Bienen, sondern auch dem Imker.

Honigbienen-Party-Talk

Warum es gut ist, dass es Honigbienen gibt

Honigbienen gelten neben Schweinen und Rindern als wichtigstes Nutztier. Weit mehr als die Hälfte aller Pflanzen werden von ihnen bestäubt, sie sind hauptverantwortlich für unsere Nahrungsvielfalt. Und sie machen Honig.

3. Die Wildbiene

Woran man Wildbienen erkennt

Wie man Wildbienen von Honigbienen unterscheidet, lesen Sie im voirien Abschnitt zur Honigbiene.

Was Eltern und Kinder über Wildbienen wissen sollten

Sie haben keinen Stachel, von ihnen geht keine Gefahr aus. Daher kann man sie völlig sorglos beobachten, auch aus der Nähe.

Wenn sie sich bedroht fühlen, ändern sie hörbar das Geräusch, das sie mit den Flügeln machen. Aber auch dann geht von ihnen keine Gefahr aus.

Wenn Sie ihnen helfen wollen, können Sie im Garten oder auf dem Balkon Pflanzen mit ungefüllten Blüten pflanzen. Das sind natürliche Blüten, die nicht mit Blütenblättern gefüllt sind, wie zum Beispiel Rosen. Die Blütenblätter machen es den Wildbienen nämlich schwerer, an den Pollen zu kommen.

Wie viele Insekten haben auch Wildbienen ein Problem, wenn sie ins Wasser fallen. Allein können sie sich meist nicht daraus befreien. Weil sie keinen Stachel haben, können Sie sie einfach mit der Hand vorsichtig herausschöpfen, besser noch mit einem Blatt oder einer Schaufel. Andererseits können Sie sie auch drinlassen, als Futter für Vögel zum Beispiel - und der Natur ihren Lauf lassen.

Wildbienen-Party-Talk

Warum es gut ist, dass es Wildbienen gibt

Wildbienen sind wichtige Bestäuber. Auch sie fliegen die Blüten vieler Pflanzen an und sichern deren Fortbestand.

4. Die Hummel

Woran man Hummeln erkennt

Sie sind etwas pummeliger als Bienen, ihre Haare sind dichter und länger und ihr Flug ist etwas lauter.

Was Eltern und Kinder über Hummeln wissen müssen

Es gibt sieben Hummelarten in Dortmund. Sie alle sind friedlich und stechen nur, wenn man auf sie tritt, sie schlägt oder ihr Nest stört.

Die Hummelarten unterscheiden sich in ihrer Färbung (vor allem am Hintern) und im Haarkleid. Wenn Sie einige Pflanzen aufstellen, die Hummeln mögen - Hornveilchen, Glockenblumen, Krokusse, Christrosen - kommen höchstwahrscheinlich regelmäßig alle sieben Arten zu Besuch.

Man liest und hört oft, dass man geschwächte Hummelköniginnen mit Zuckerwasser füttern kann, damit sie Kraft zum Weiterfliegen schöpfen können. Das ist richtig, allerdings darf man ihnen keinen Kristallzucker geben. Hummeln können nur Traubenzucker und Honig verdauen, jeweils mit Wasser verdünnt.

Wenn Sie also eine schlappe Hummel finden, die erschöpft auf dem Boden sitzt, dann sollten Sie sie vorsichtig auf ein Taschentuch oder Blatt Papier krabbeln lassen und ihr einen Löffel mit Zuckerwasser anbieten. Dabei müssen Sie ihr etwas von dem Zuckerwasser vorsichtig auf die Fühler streichen, damit sie die Nahrung erkennt.

Noch besser ist es, wenn Sie sie vorsichtig auf eine Blüte setzen, wo sie sich auf natürliche Weise stärken kann.

Hummeln-Party-Talk

Warum es gut ist, dass es Hummeln gibt

Hummeln sind weniger empfindlich, was Temperaturen angeht. Honigbienen brauchen mindestens 10 bis 12 Grad Celsius, um loszufliegen. Hummeln sind schon ab 2 Grad unterwegs. Daher sind sie gerade bei kühlerem Wetter die wichtigsten Bestäuber.

5. Die Stechmücke

Woran man Stechmücken erkennt

Alles an ihr ist lang und dünn: Körper, Beine, Saugrüssel. Charakteristisch ist ihr feines, leises Sirren, das man erst hört, wenn sie nah ans Ohr fliegen.

Was Eltern und Kinder über Stechmücken wissen sollten

Je nach Witterung schlüpfen sie im Mai oder Juni. Ihre Eier legen sie gern in beschatteten, kleinen Gewässern: kleine Gartenteiche, Regentonnen, gefüllte Gießkannen.

Die Larven schwimmen frei im Wasser herum und atmen durch einen Schnorchel am Hintern. Wer ein Aquarium hat, kann sie einsammeln und als Fischfutter verwenden.

Nur die Weibchen stechen. Jedes Weibchen sticht einen Menschen in der Regel nur einmal, dann hat sie genug Blut getankt, um ihre Eier zu ernähren. Sie brauchen das Blut also als Muttermilch.

Stechmücken-Party-Talk

6. Die Schwebfliege

Woran man Schwebfliegen erkennt

Sie werden manchmal mit Wespen verwechselt, obwohl sie etwas kleiner ist. Untrügliches Erkennungsmerkmal ist ihre Fähigkeit, beim Fliegen still in der Luft zu stehen. Sie hat nur zwei Flügel, so wie alle Fliegen und anders als Bienen und Wespen, die vier Flügel haben.

Was Eltern und Kinder über Schwebfliegen wissen sollten

Sie haben keinen Stachel und sind harmlos. Aber sie sind wegen ihrer Flugfähigkeiten interessant zu beobachten.

Schwebfliegen-Party-Talk

7. Schmetterlinge

Woran man Schmetterlinge erkennt

Schmetterlinge erkennen Sie an ihren schönen Flügeln und ihrem putzigen Geflatter.

Was Eltern und Kinder über Schmetterlinge wissen sollten

Wie alle Insekten sind auch Schmetterlinge keine Streicheltiere. Im Gegenteil, der Schweiß auf der Haut kann ihren Flügeln sogar schaden. Deswegen sollte man sie nicht anfassen.

Laut einer jüngst vorgenommenen Zählung sind die drei häufigsten Schmetterlinge in NRW der Kohlweisling, der Zitronenfalter und das Tagpfauenauge. Sie alle sind vom Aussterben bedroht, weil die Futterpflanzen für ihre Raupen fehlen. Zum Beispiel die Brennnessel, die für 25 Schmetterlingsarten die wichtigste Futterpflanze ist.

Es gibt sogenannte Schmetterlingspflanzen, zum Beispiel Herbst-Löwenzahn und Lavendel, doch die ziehen meist nur die erwachsenen Tiere an und helfen den Raupen nicht. Damit steuern sie nichts zur Arterhaltung bei.

Besser sind Pflanzen wie Blut-Weiderich, die auch den Raupen zugute kommen. Eine ausführliche Liste gibt es auf dieser Seite des NABU.

nrw.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-und-projekte/zeit-der-schmetterlinge/wissen/schmetterlingspflanzen/index.html

Schmetterlings-Party-Talk

8. Die Libelle

Woran man Libellen erkennt

Libellen sind die größten Dortmunder Insekten. Ihr Fluggeräusch ist mehrere Meter weit hörbar. Sie können etwa neun Zentimeter lang werden. Viele von ihnen sind wunderschön.

Was Eltern und Kinder über Libellen wissen sollten

Libellen können nicht stechen, weil sie keinen Stachel haben, und sonst nicht gefährlich werden. Sie fliegen schnell und manchmal nur knapp an einem Menschen vorbei, aber sie sind geschickte Flieger. Ein Zusammenstoß ist nicht zu befürchten.

Libellen-Party-Talk

9. Marienkäfer

Woran man Marienkäfer erkennt

Marienkäfer sind so groß wie ein 1-Cent-Stück und rot mit schwarzen Punkten. Manchmal auch schwarz mit roten Punkten oder gelb mit schwarzen Punkten.

Was Eltern und Kinder über Marienkäfer wissen müssen

Marienkäfer sind hübsch und harmlos. Mit einer kleinen Einschränkung: Wenn sich ein Marienkäfer auf die Hand gesetzt hat, sollten Sie sich die Hände waschen, denn Marienkäfer können ein leicht giftiges Sekret absondern.

Marienkäfer-Party-Talk

10. Die Feuerwanze

Woran man Feuerwanzen erkennt

Feuerwanzen sind zehn bis zwölf Millimeter groß und tragen ein auffälliges Muster in Schwarz-Rot oder Schwarz-Orange auf dem Rücken.

Was Eltern und Kinder über Feuerwanzen wissen sollten

Feuerwanzen haben keinen Stachel, können nicht fliegen und sind harmlos. Sie lieben Linden und Robinien, dort sitzen sie oft zu Dutzenden oder Hunderten und sonnen sich.

Feuerwanzen-Party-Talk

Was Sie über Insektenstich-Allergien wissen sollten

Die meisten Insektenstiche verlaufen glimpflich. Überhaupt nur jeder fünfte bis zehnte Mensch erlebt nach einem Insektenstich eine Schwellung oder Rötung an der Einstichstelle. Solange die nicht größer wird als zehn Zentimeter im Durchmesser und nach einem Tag nicht deutlich besser ist, muss man sich keine Sorgen machen.

Bei Stichen in Hals oder Kopf ist das Risiko einer schweren körperlichen Reaktion höher. Möglicherweise können die Atemwege zuschwellen. Wer dort gestochen wird, sollte sicherheitshalber zum Arzt.

Wer zum ersten Mal gestochen wird, entwickelt möglicherweise eine sogenannte Sensibilisierung auf diese Art Stich. Das bedeutet, der nächste Stich könnte eine allergische Reaktion hervorrufen, auch wenn beim ersten Mal nichts passiert ist.

Wer wissen will, ob er selbst oder sein Kind allergisch ist, sollte seinen Hausarzt fragen.

Mehr Informationen gibt es auf der Seite des Helmholtzzentrums München.

Die Informationen in diesem Artikel stammen von:

Weitere Infos stammen aus dem Naturführer "Welches Insekt - ist das?", Kosmosverlag, und von den verlinkten Seiten.

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