Intensive Fahndung

Sexualstraftaten: Dortmunder Polizei sucht einen Serientäter

Dortmund - Nach drei Sexualstraftaten innerhalb von fünf Tagen steht fest: Die Polizei sucht einen Serientäter. Eine Ermittlungskommission soll den Mann aufspüren.

Nach zwei brutalen Sexualstraftaten in den Dortmunder Stadtteilen Hacheney und Lichtendorf und einem gescheiterten Vergewaltigungs-Versuch in Westerfilde geht die Kriminalpolizei in Dortmund davon aus, dass ein Serientäter für die drei Taten verantwortlich ist. Vom Landeskriminalamt in Düsseldorf ausgewertete Spuren lassen den Schluss zu, dass der gesuchte Mann Kontakt zu den drei Opfern hatte. Die Ergebnisse liegen der Polizei seit Mittwochmittag (22.8.) vor. Eine personell stark besetzte Ermittlungskommission mit dem Namen "Park" soll dem Täter auf die Spur kommen. Henner Kruse von der Dortmunder Staatsanwaltschaft sagte: "Dass ein Täter in so kurzer Zeit mehrmals zuschlägt, kommt selten vor."

Ermittler haben noch nicht alle Spuren ausgewertet. Immer mehr Details können später den Täter belasten, wenn die Polizei ihn festnehmen kann. "Aufgrund der bisherigen Ergebnisse gehen wir davon aus, dass es sich bei allen drei Taten um denselben Täter handelt", erklärte der Staatsanwalt.

Polizeieinsatz im gesamten Stadtgebiet

Die Polizei ist im gesamten Stadtgebiet im Einsatz und sucht den Kontakt zu den Bürgern. Auch an den bisher bekannten Tatorten, wo Bezirksdienstbeamte, die Landesreiterstaffel und die Fahrradstaffel die Phantombilder verteilen. Im Einsatz ist auch das Kommissariat für Prävention und Opferschutz. Die Spezialisten sollen Zeugen suchen.

Zwei Taten am helllichten Tag

Bei den Überfällen am helllichten Tag in Hacheney (13.8.) sowie in Lichtendorf (18.8.) hatte der Unbekannte massive Gewalt angewendet und die 54 und 60 Jahre alten Frauen körperlich und seelisch schwer verletzt. Die Tat in Westerfilde (ebenfalls am 18.8.) scheiterte an der Gegenwehr des 49-jährigen Opfers. Die von hinten überfallene und zu Boden gestoßene Frau konnte sich befreien und nach Hause fliehen. Sie wurde in einem Krankenhaus behandelt. Tatorte zwischen dem 13. und dem 18. August 2018 waren:

Auffällig ist, dass der Mann Tatorte ausgesucht hat, an denen das Risiko, entdeckt oder gestört zu werden, hoch ist. Der kleine Wald in Hacheney und der Feldweg in Lichtendorf sind bei Joggern, Spaziergängern, Hundehaltern und Radfahrern beliebt. Der Spielplatz in Westerfilde ist umgeben von Wohnhäusern. Die Polizei hat zwar rund 50 Hinweise auf verdächtige Personen erhalten, ist aber auf weitere Zeugenaussagen angewiesen. Hier noch einmal die Täterbeschreibung nach dem Überfall vom 13. August 2018:

Zu dieser Täterbeschreibung gibt es auch ein Phantombild. Die Zeichnung ist in enger Zusammenarbeit mit dem Opfer entstanden und wurde zwei Tage nach der Tat in Hacheney veröffentlicht.

Zeugen können Festnahme ermöglichen

Bei Sexualstraftaten gibt es eine hohe Dunkelziffer. Nicht immer zeigen die Opfer die Tat an. Es ist also nicht auszuschließen, dass der Mann eine weitere Frau überfallen und einen Versuch unternommen hat. Sollte das so sein: Opfer sollten die Polizei verständigen. Mit ihrer Aussage können sie zur Festnahme des gesuchten Mannes beitragen und eine weitere Tat verhindern. Der Polizei liegen aktuell keine Hinweise auf eine vierte Tat vor.

Allerdings geht von dem Mann weiter eine große Gefahr aus. Nach dem gescheiterten Vergewaltigungs-Versuch in Westerfilde könnte der Mann wieder auf der Suche nach einem Opfer und dafür im Stadtgebiet unterwegs sein. Wer einen Mann sieht, auf den die Täterbeschreibung zutrifft, sollte sofort die Polizei verständigen - und auf keinen Fall selbst eine Festnahme organisieren, wie Polizeisprecher Kim Ben Freigang betont. Eine Festnahme auf eigene Faust könnte scheitern - "aber wir wollen den Täter so schnell wie möglich dingfest machen und eine weitere Tat verhindern."

Keine gefährlichen Alleingänge durch Zeugen

Hier deshalb Verhaltens-Hinweise für Zeugen, die den Verdacht haben, der Polizei den entscheidenden Tipp geben zu können:

Die Polizei will für Bürger sichtbar sein

Zu den drei Fällen äußerte sich am Dienstagnachmittag auch Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange: "Ich kann gut verstehen, wenn diese abscheulichen Taten zur Verunsicherung in der Bevölkerung führen. Genau deswegen arbeiten wir mit einer Ermittlungskommission intensiv an der schnellstmöglichen Aufklärung. Wir wollen darüber hinaus mit sichtbarer polizeilicher Präsenz für Bürgerinnen und Bürger ansprechbar sein und Sicherheit vermitteln."

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