International Champions Cup

Pulisic führt den BVB zum 3:1-Sieg gegen Liverpool

CHARLOTTE - Der BVB gewinnt auch das zweite Testspiel der USA-Reise. Beim 3:1 gegen Liverpool ist Christian Pulisic der gefeierte Spieler. Er trifft doppelt - wird aus einem kuriosen Grund aber nicht zum "Man of the Match" gewählt.

25 Minuten noch bis zum Anpfiff, und Jürgen Klopp schaut genau hin. Stocksteif steht er da und beobachtet seine ehemalige Mannschaft beim Aufwärmen. Das macht Klopp regelmäßig in den letzten Minuten vor dem Anpfiff, und bei diesem Spiel macht es besonders Sinn. Von Klopps letztem BVB-Kader in der Saison 14/15 sind nur noch Nuri Sahin und Marcel Schmelzer auf dem Spielberichtsbogen übrig geblieben. Dazu kommen noch Lukasz Piszczek und Marco Reus, aber die lässt der neue Trainer Lucien Favre wie angekündigt nicht von der Leine im zweiten von drei Spielen während der achttägigen USA-Reise der Borussia.

Mehr als reine Höflichkeit

Klopp und Favre haben sich schon am "Matchday -1", wie das so schön heißt, herzlich begrüßt, vor dem Abschlusstraining im "Bank-of-America-Stadium", wo sonst die Footballer der Carolina Panthers ihre Spiele austragen. Das war ein lustiges Bild, weil der Liverpool-Coach seinen Nach-Nach-Nachfolger um mindestens einen Kopf überragt. Favre hatte seinen Respekt vor der Arbeit Klopps deutlich artikuliert, was mehr als reine Höflichkeit war. Überhaupt gab es innige Umarmungen im dritten Spiel zwischen Klopps neuer und seiner alten Liebe. Von den sieben Jahren, die er in Dortmund verbracht hat, ist naturgemäß einiges hängen geblieben.

Anders als in Chicago, wo der stetig wehende Wind die Hitze auf ein erträgliches Maß herunterdrückte, ist es in North Carolina drückender. Das Stadion, das wie ein großer Kessel wirkt, tut sein Übriges, so dass sich Tempo und überraschende Aktionen in den ersten 45 Minuten in engen Grenzen halten. Es ist ein Sommerkick, unterbrochen nur von drei Aufregern, als Loris Karius einen klärenden Ball in die Füße von Maximilian Philipp spielt. Dessen Schussversuch aus 35 Metern über den Keeper hinweg landet neben dem Tor (4.).

Beim Gegentor dann schläft der BVB nach einer kurz ausgeführten Ecke - Virgil van Dijk kann ungehindert einköpfen, Dan-Axel Zagadou steht im Niemandsland (25.). Bei Dortmunds einzig echter herausgespielter Chance der ersten 45 Minuten landet der Ball in den Armen von Karius - Mahmoud Dahoud verpasste den Zeitpunkt des Anspiels auf Marius Wolf, dessen Flanke geriet zu schwach (45.).

Hitz ist auf dem Posten

Wie gegen Manchester City wechselt Favre zur Pause umfangreich. Neben Hitz bleibt auch Zagadou auf dem Feld, weil Ömer Toprak leicht angeschlagen ist. Sebastian Rode wurde geschont. James Millner (55.) und Dominic Solanke (61.) haben die nächsten guten Chancen für die Liverpooler, deren Feldüberlegenheit gegen einen sehr passiven BVB nun immer größer wird. Sheyi Ojo hat das 2:0 auf dem Fuß, Hitz lenkt den Ball an die Latte (63.).

Statt 2:0 heißt es dann 1:1 - der Ausgleich fällt nach einem Foulelfmeter durch Christian Pulisic, der zuvor auf den Ex-Augsburger Ragnar Klavan aufgelaufen war (66.). Das Tor ihres "local hero" freut die Einheimischen unter den 55.447 Zuschauern ganz besonders. Aus dem danach sehr giftigen Pressing der Liverpooler befreiten sich die Dortmunder am Ende zunehmend besser.

Favres Wunschvorstellung

Der Konter, der dann zum entscheidenden 2:1 führt, war zwar schlecht verteidigt von Klopps Team, zeigte aber mit schnellem Umschaltspiel sehr viel von Favres Wunschvorstellung, wie seine Dortmunder agieren sollen. Mit zwei schnellen Kombinationen ging es außen über Marcel Schmelzer nach vorn, der im Rücken der LFC-Abwehr Pulisic fand. Überlegt spitzelte er den Ball ins lange Eck (89.). Jacob Bruun Larsen machte dann den Deckel drauf - nach starker Vorbereitung im Eins-gegen-Eins von Pulisic.

Dennoch war es ein schmeichelhafter Erfolg für den BVB. Das sah auch Trainer Lucien Favre so: "Es hätte auch 3:0 für Liverpool stehen können. Wir hatten lange Probleme mit dem Pressing. Plötzlich haben sich die Spieler geweckt."

Kein Bier für Pulisic

"Man of the Match" wurde übrigens nicht, wie man hätte erwarten können, Christian Pulisic. Die simple Erklärung kam vom Sponsor dieser Auszeichnung, der Biermarke "Heineken". Pulisic sei ja schließlich unter 21, das ließe sich nicht rechtfertigen in Amerika. Der BVB lehnte es dann ab, einen anderen Spieler zu benennen. Der Veranstalter entschied sich schließlich für Liverpools Virgil van Dijk. Der ist immerhin schon 27.

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