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In der Kfz-Zulassungsstelle des Kreises geht es auch weiter zu wie im Taubenschlag. Doch die Situation ist deutlich entspannter als noch im Frühjahr.

Pkw im Internet anmelden

Die Online-Zulassung kommt – aber mit Hürden

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KREIS RE - Demnächst soll es möglich sein, Autos am heimischen PC anzumelden. Der Bundesrat billigte am Freitag eine entsprechende Verordnung der Bundesregierung. Ist das der Durchbruch? Hermann-Josef Lücke, Leiter der Zulassungsstelle der Kreisverwaltung Recklinghausen, warnt vor zu hohen Erwartungen.

Von dem, was bislang schon funktioniert, haben die Fahrzeughalter im Kreis Recklinghausen jedenfalls wenig Gebrauch gemacht. Seit 2015 können Fahrzeuge bereits über das Internet abgemeldet werden. 75 Bürger haben seitdem diese Möglichkeit genutzt – bei insgesamt 62.000 Abmeldungen, die jährlich im Straßenverkehrsamt des Kreises abgearbeitet werden. Seit Anfang 2017 gibt es auch die Online-Wiederzulassung. Die ist interessant für Bürger, die ihr Sportwagen-Cabrio, ihr Motorrad oder ein Wohnmobil nach der Winterpause wieder auf die Straße bringen wollen. Nachfrage im Kreis RE: null!

Demnächst soll die dritte Stufe gezündet werden. Und da könnte es für manchen interessanter werden. Denn jetzt wird auch die Neuzulassung von Fahrzeugen sowie der Halter- und Wohnsitzwechsel in das Online-Paket eingeschlossen. Hört sich besser an, als es wirklich ist, findet Hermann-Josef Lücke. Denn möglich ist der Vorgang nur für Autos, die sich bereits in einem zugelassenen Zustand befinden, und auch nur dann, wenn die alten Kennzeichen übernommen werden. Hinzu kommt, dass lediglich Privatpersonen von dem Angebot Gebrauch machen können. Firmen wie Autohäuser oder Zulassungsdienste sind (erst einmal) außen vor. „Das ist der Sicherheit im deutschen Zulassungssystem geschuldet“, erläutert der Chef der Marler Zulassungsstelle.

Benötigt werden E-Ausweis und Lesegerät

Denn wer vom heimischen PC aus eine Pkw-Anmeldung vornehmen möchte, muss sich persönlich identifizieren, das geht nicht über Dritte. Für den Vorgang benötigt der Interessent einen Personalausweis mit Online-Funktion (e-ID). Die ist zwar mittlerweile bei allen neuen Ausweisdokumenten automatisch freigeschaltet, doch nur eine Minderheit der Bürger sieht darin einen Nutzen. Denn erstens ist die Auswahl an verfügbaren Bürgerdiensten in Verbindung mit dem E-Perso noch sehr überschaubar und zweitens benötigt man ein durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziertes Lesegerät oder ein kompatibles Smartphone mit NFC-Chip und die AusweisApp 2. Da steigen die meisten, die mit Technik nichts am Hut haben, bereits aus.

Möglicherweise wird die dritte Stufe der Online-Zulassung im Herbst dieses Jahres freigeschaltet, meint Lücke. Die Bundesregierung rechne damit, dass langfristig 65 Prozent aller Zulassungsgeschäfte online abgewickelt werden. „Aber was heißt langfristig?“, fragt er zum einen. Zum anderen hält er die Prognosen für sehr optimistisch: „So lange sich der E-Ausweis nicht durchsetzt und keine Lösung für Autohändler und Zulassungsdienste gefunden wird, wird sich auch die Online-Zulassung nicht durchsetzen.“

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