Investitionen in Schulbau

Stadt plant neue Schulen und ein Umzugskarussell für die Nordstadt

Die Stadt will langfristig 184 Millionen Euro für Schulen in der Nordstadt investieren, neue Grundschulen bauen und die bestehenden sanieren und erweitern. Das alles braucht aber viel Zeit.

Es ist eng an den Grundschulen in der Nordstadt. Denn dort machen sich die steigenden Kinderzahlen besonders bemerkbar. Deshalb holt die Stadt jetzt zum großen Wurf aus, um die Schulraum-Not zu beenden: Sie will in den nächsten 15 bis 20 Jahren rund 184 Millionen Euro für die Schulen in der Nordstadt investieren.

Das am Dienstag vom Verwaltungsvorstand beratene Investitionsprogramm ist gründlich vorbereitet worden. Mit der Dortmunder Planungsgesellschaft Assmann wurden alle bestehenden Schulstandorte unter die Lupe genommen, der Zustand der Gebäude bewertet, der Raumbedarf und die Wünsche der Schulen ermittelt.

"Bildung braucht Raum - insbesondere da, wo die Zahlen der Schülerinnen und Schüler wachsen. Mit der Untersuchung der Schulstandorte in Innenstadt-Nord tragen wir dem besonders hohen Wachstum dort Rechnung", erklärt Schuldezernentin Daniela Schneckenburger. Danach sollen aber auch andere "wachstumsstarke Stadtbezirke" betrachtet werden.

Die Schülerzahlen steigen weiter

Das besondere Problem in der Nordstadt: Schon jetzt platzen viele Schulgebäude aus allen Nähten, werden an vielen Grundschulen Kinder in aufgestellten Mobilbauten unterrichtet. Und der Druck wächst: Während im laufenden Schuljahr 2811 Grundschüler in der Nordstadt unterrichtet werden, rechnet die Schulverwaltung schon für das Schuljahr 2020/21 mit 3200 Kindern.

Rein rechnerisch wären so mittelfristig rund 400 weitere Grundschulplätze nötig.

Deshalb hat die Verwaltung jetzt auf Basis der Analyse und Wunschlisten einen dreistufigen Plan geschmiedet. Im Mittelpunkt steht dabei das zuletzt von der Anne-Frank-Gesamtschule genutzte Gebäude des früheren Brüder-Krankenhauses an der Burgholzstraße. Der Komplex aus dem Jahr 1908 soll noch in diesem Jahr abgerissen werden, kündigt die Stadt an.

Auf dem fast 35.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen dann gleich zwei neue Schulen entstehen: eine neue vier- bis fünfzügige Grundschule und ein Gebäude für eine "Interimsschule". Hier sollen dann nach und nach die bestehenden Schulen einziehen, die in der Übergangszeit dann saniert und erweitert werden. Bereits kurzfristig sollen die Libellen- und die Diesterweg-Schule um jeweils eine Eingangsklasse erweitert werden. Neu- und Erweiterungsbauten sollen hier die jetzt aufgestellten mobilen Pavillons ersetzen.

Umzug ist für das Jahr 2023 geplant

2023 sollen die Neubauten an der Burgholzstraße stehen und die zweite Stufe des Maßnahmenpakets gezündet werden - mit dem Umzug der bestehenden Schulen in die "Interimsschule".

Den Anfang des Umzugskarussells soll die Nordmarkt-Grundschule machen, die mehr oder minder am alten Standort neu gebaut wird, danach folgen die Oesterholz-Grundschule, die Grundschule Kleine Kielstraße und die Albrecht-Brinkmann-Grundschule, deren Standorte dann saniert und erweitert werden. Im dritten Schritt zwischen 2029 und 2036 steht die Erweiterung der weiterführenden Schulen in der Nordstadt auf dem Programm.

Ein weiter Zeithorizont. Von daher freut sich Nordstadt-Bezirksbürgermeister Ludwig Jörder einerseits über die Zusagen und lobt die "sehr gute konzeptionelle Herangehensweise", sieht aber auch einen Haken. Die lange Realisierungszeit könnte für einige Schulen zum Problem werden, fürchtet er. "Von daher muss man gucken, ob man das nicht beschleunigen kann."

Im Blick hat er als neuen Grundschulstandort etwa eine Fläche auf der früheren Westfalenhütte an der Stahlwerkstraße, wo auch neue Wohnungen entstehen sollen. Außerdem ist ein Neubau für die Lessing-Grundschule am Hafen geplant.

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