101 Jahre altes Gebäude

Altes Seniorenheim an der Schützenstraße wird abgerissen

Dortmund - Das 101 Jahre alte Seniorenheim an der Schützenstraße wird trotz seines besonderen Charmes abgerissen. Das war die schlechte Nachricht, die der Geschäftsführer der städtischen Seniorenheime, Martin Kaiser, der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord überbrachte. Doch es gibt auch eine gute.

In anderthalb Jahren soll direkt daneben ein Neubau mit 80 Plätzen statt bisher 71 bezugsfertig sein, der den aktuellen Anforderungen an eine Pflegeeinrichtung gerecht wird.

Die Pläne waren ursprünglich etwas andere: Zuerst sollte auf dem Sportplatz-Areal an der Schützenstraße im Süden des Fredenbaum-Parks als Ersatz für das alte Seniorenheim ein Quartier für Senioren entstehen mit Pflegeheim, Service-Wohnen, Tagespflege und einem Begegnungszentrum. Auch zwei Kindergärten sollen auf dem Gelände Platz finden. Dafür wurde eigens ein Bebauungsplan entwickelt.

Neubau dauert nun zwei Jahre länger

Doch Genehmigungen für ein Pflegeheim lägen "knapp hinter denen eines Atomkraftwerks", berichtete Kaiser. Abstimmungsprozesse unter anderem mit dem Regionalverband Ruhr (RVR) hätten den "sehr ambitionierten Zeitplan zerschossen". Die Fertigstellung des Pflegeheims war für 2019 vorgesehen. Jetzt werde es rund zwei Jahre länger dauern.

Doch bereits im nächsten Jahr muss die Städtische Seniorenheime Dortmund GmbH den Nachweis erbringen, dass sie die gesetzlich vorgeschriebene Einzelzimmerquote von 80 Prozent erfüllen will. Kaiser: "Das lässt sich in dem Bestandsbau von 1916 nicht hinkriegen."

Zwei neue Einrichtungen statt einer

Gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Derwald wird deshalb das neue dreiflügelige Heimgebäude auf der Grünfläche neben dem Bestandsbau an der Schützenstraße gebaut, nach dem Umzug der Altbau abgerissen und das Areal als Grünfläche neu hergerichtet. Kosten: 8,4 Millionen Euro.

An den alten Plänen für ein Seniorenquartier wird festgehalten, auch wenn das mindestens vier Jahre bis zur Fertigstellung dauert. Aber, so Kaiser: "Wir kriegen jetzt zwei Einrichtungen statt vorher einer."

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