50 Jahre TU

TU Dortmund verleiht Donald Tusk die Ehrendoktorwürde

Dortmund - Die Universität Dortmund hat am Sonntagmittag anlässlich ihres 50. Geburtstags die Ehrendoktorwürde an den EU-Ratspräsidenten Donald Tusk verliehen. Zu hören waren viele lobende Worte.

Am Mittag fuhr der Wagen mit dem EU-Ratspräsidenten an der Uni vor. Im Audimax vor 700 Gästen erhielt Donald Tusk die Ehrendoktorwürde.

Rektorin Prof. Ursula Gather hob schon bei ihrer Begrüßung hervor, dass die TU Dortmund die Auszeichnung verleihe, um an ihrem 50. Geburtstag europäische Werte wie Freiheit, Wahrheit und Gemeinschaftssinn zu feiern.

Leidenschaftliches Engagement für Europa

Laudatorin Prof. Rita Süßmuth, Bundestagspräsidentin a.D., die die Uni aus eigener Lehrtätigkeit kennt, würdigte Tusk für sein langjähriges Engagement in der politschen Szene Polens und besonders für sein leidenschaftliches Engagement für die Europäische Union. Tusk zeichne ein "tiefer Glaube aus, dass Integration der einzige Weg ist, Freiheit und Demokratie nachhaltig zu leben". Er denke als Historiker "in langen Linien und Zusammenhängen, die Staatsmänner unseres Kontinents stets ausgezeichnet hat".

Weiter betonte Süßmuth, Tusk habe mehrfach Mut bewiesen, unbequeme Erkenntnisse auszusprechen. Für ihn gehe das "nachhaltige Interesse der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Zukunftsfestigkeit vor". Gerade in diesen für Europa schwierigen Zeiten.

Tusk erhielt die Urkunde der Ehrendoktorwürde aus den Händen von Rektorin Prof. Ursula Gather. Auch sie würdigte seine Verdienste um Europa und nannte Tusk einen "great european statesman", einen großen europäischen Staatsmann.

Donald Tusk: "Ich bin ein Dortmunder"

Der Staatsmann stand bei diesen Worten bescheiden und erwartungsvoll auf der Bühne. Mit der Urkunde in der Hand schritt er für Dankesworte ans Mikrofon und

hätte, wenn er nicht ohnehin mit viel Beifall und Aufmerksamkeit von Anfang an bedacht worden wäre, spätestens jetzt die große Bühne für sich: Er erzählte von seiner Liebe zum Fußball, von den vielen polnischen Spielern, die für den BVB aktiv sind und waren und sprach schließlich den Satz "Ich bin ein Dortmunder".

Mit Blick auf Europa mahnte er: "Es ist wichtiger Brücken zu bauen als Mauern." Dabei zitierte er das Credo von Bundespräsident a.D. Johannes Rau, ebenfalls Ehrendoktor der TU Dortmund: "Es geht darum zu versöhnen, statt zu spalten." Später trug er sich noch ins Goldene Buch der Stadt ein.

Am Nachmittag gehen die Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der TU im Konzerthaus weiter. Bei der Jubiläumsfeier im Konzerthaus werden auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek, NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) und Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau (SPD) unter den 1000 Gästen sein. Tusk wird dort den Festvortrag halten.

Tusk gestaltete Polens Parteiensystem mit

Donald Tusk ist seit 2014 Präsident des Europäischen Rates. Er wurde 1957 in Gdansk (Danzig) geboren. Ab 1976 studierte er Geschichte an der Uni seiner Heimatstadt. Er war in den 1980er Jahren in der Solidaritätsbewegung Polens aktiv, zunächst als Gründer eines Studenverbandes, nach dessen Verbot war er im Ungergrund aktiv. Ab 1989 gestaltete er das neue freie Parteiensystem Polens mit.

2007 wurde Tusk Ministerpräsident, 2011 wiedergewählt. Drei Jahre später gab er das Amt auf, um die Präsidentschaft des Europäischen Rates anzutreten. Für sein Engagement für Europa hat er bereits mehrere Auszeichnungen erhalten, darunter den Karlspreis in Aachen (2010).

Auch Johannes Rau und Fritz Pleitgen bekamen TU-Ehrendoktorwürde

Mit Donald Tusk setzt die TU Dortmund die Reihe prominenter Träger der Ehrendoktorwürde fort. Unter den 60 ausgezeichneten Persönlichkeiten stehen nicht nur herausragende Wissenschaftler wie Konrad Zuse, der Erfinder des ersten Computers, sondern auch der frühere Intendant des Westdeutschen Rundfunks, Fritz Pleitgen, der frühere NRW-Ministerpräsident und Bundespräsident Johannes Rau und auch der frühere polnische Ministerpräsident Jerzy Buzek.

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