Mit 17 Jahren

Alina Kluge ist Dortmunds jüngste Hip-Hop-Tanzlehrerin

DORTMUND - Vor drei Jahren hat sich Alina Kluge in der Tanzschule Gödde angemeldet, um Hip-Hop-Tanzen zu lernen. Jetzt ist sie - mit 17 - die jüngste Hip-Hop-Lehrerin beim ADTV, dem Berufsverband für Tanzlehrer.

Im April schreibt Alina Kluge ihre Abiturklausuren am Stadtgymnasium. Wie es für sie nach der Schule weitergeht, weiß die 17-Jährige schon ganz genau. Sie wird studieren. Englisch und Geschichte. Auf Lehramt. Danach das Referendariat. Dann hoffentlich eine Anstellung an einer Schule.

Alina Kluge ist keine von denen, die orientierungslos im Meer der unbegrenzten Möglichkeiten umherschwimmen, die nach dem Abi fliehen, um sich selbst zu finden. Sie hat einen Plan. Die 17-Jährige weiß sehr genau, was sie will, wohin sie will. Ihre Zielstrebigkeit hat sie auch beim Tanzen gezeigt.

Es ging schnell nach oben

"Tanzen", sagt sie, "war schon immer meins." Irgendwann hatte sie Lust, es professionell zu lernen. Vor drei Jahren hat sie sich deshalb in der Tanzschule Gödde angemeldet für den Anfängerkurs im Hip-Hop-Tanzen. Heute, drei Jahre später, unterrichtet sie diesen Kurs selbst.

Der Weg von Alina Kluge in der Tanzschule Gödde ging schnell nach oben. Nach einem Jahr Tanzen wurde sie Teil der Formationsgruppe. Mit der Gruppe, Indigoration heißt sie, tanzt sie auf Meisterschaften. In diesem Jahr sind sie Westdeutscher Meister geworden.

Vor etwa einem Jahr dann sprach sie Peter Hühner, Leiter der Tanzschule Gödde, an, ob sie nicht Lust habe, selbst zu unterrichten. Im März begann Alina Kluge ihre Ausbildung beim Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV), im Oktober bekam sie ihre Urkunde überreicht. Seitdem darf sie sich ganz offiziell ausgebildete Fachtanzlehrerin im Bereich Hip-Hop nennen. Mit 17 Jahren ist sie die jüngste Hip-Hop-Lehrerin im ADTV.

Fünfmal die Woche in der Tanzschulet

Für diese Ausbildung, für die Möglichkeit, einmal Tanztrainerin sein zu können, hat Alina Kluge hart gearbeitet. Sie ist oft außerhalb der Trainingszeiten in die Tanzschule gegangen, um zu üben. Hatte immer ihr Ziel vor Augen. Sie habe immer gewusst: "Wenn du das mal schaffst, dann hast du etwas erreicht."

Zwei Hip-Hop-Kurse unterrichtet Alina Kluge nun Woche für Woche. Dazu kommt das eigene Training in der Formationsgruppe - vier bis fünfmal die Woche ist sie in der Tanzschule.

Als Trainerin, sagt sie, sei es wichtig, "dass man sich ausdrücken kann und Präsenz zeigt". Sie habe am Anfang etwas Angst gehabt, dass sie von ihren Schülern nicht respektiert wird. Viele sind genauso alt wie sie, manche sogar älter. Aber Probleme habe es bislang nicht gegeben.

Eine Gefühlssache

Vielleicht auch, weil sie mittlerweile herausgefunden hat, wie sie so ein Training angehen muss. "Am Anfang", sagt sie, "habe ich noch das nachgeahmt, was die anderen Trainer gemacht haben. Aber jetzt habe ich meinen eigenen Weg gefunden." Es mache ihr viel Spaß vor einer Gruppe zu stehen, ihr die Schritte für eine Choreografie zu zeigen, die sie sich selbst ausgedacht hat und dabei auch selbst noch etwas zu lernen. "Es ist schön zu sehen, wie die Schüler wachsen", sagt sie. Sie habe selbst in der hintersten Ecke angefangen. Jetzt stehe sie ganz vorne. "Man muss es einfach nur mal versuchen", sagt sie.

Hip-Hop sei eine Tanzart, die sehr viel Spielraum gebe, die dennoch sehr komplex sei und bei der man "harte, definierte Bewegungen" zeigen könne. Das liege ihr, sagt sie.

Der Grund, warum sie diesen Sport so liebt, sei aber noch ein anderer: "Man kann seine Stimmung ausdrücken", sagt sie. "Ich kann mit meinen Bewegungen anderen vermitteln, dass sie fühlen, was ich fühle."

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