Jahresbilanz 2018

Sparkasse steht mit Bilanz auf solidem Grund

Als zufriedenstellend bewertet Sparkassen-Chef Uwe Samulewicz das Jahr 2018. Das Geschäft ist in Zeiten von zunehmender Regulierung, Niedrigzinsen und Digitalisierung schwierig geworden.

Es war am Freitag eine besondere Bilanz-Pressekonferenz für Uwe Samulewicz, denn es war seine letzte. Ende Juli geht er nach 44 Jahren bei der Sparkasse und 14 Jahren als Vorstandsvorsitzender in den Ruhestand. Und er übergibt seinem Nachfolger, der wohl im März berufen wird, ein gut bestelltes Feld.

Das zeigt der Blick auf die Bilanz für das Jahr 2018. "Es war ein erfolgreiches Jahr", sagt Samulewicz. Trotzdem vergibt er für das Jahr nur das Prädikat "zufriedenstellend".

"Für Euphorie ist gerade in der Finanzwirtschaft kein Raum", stellt der Sparkassen-Chef fest. Schuld daran sind drei drängende Themen, die Samulewicz als "magisches Dreieck" bezeichnet: Regulierung, Niedrigzinsen und Digitalisierung.

Immer mehr Anforderungen durch Regulierung

Die zunehmende Regulierung als Folge der Finanzkrise beschäftigt nicht nur internationale Banken, sondern auch regionale Geldinstitute wie die Sparkasse. "Es müssen immer mehr Daten und Berechnungen geliefert, immer mehr Eigenkapital muss nachgewiesen werden", erklärt Samulewicz. Das alles habe die Sparkasse aber "gut gemeistert". "Wir konnten nachweisen, dass wir Stürme aushalten", sagt der Finanzexperte.

Schwierig machen das Geschäft aber auch die anhaltenden Niedrigzinsen. Erfreulich: Trotz niedriger Zinsen zeigen die Sparkassen-Kunden weiterhin Sparwillen. Bei einer fast gleich gebliebenen Bilanzsumme von 9,2 Milliarden Euro stiegen die Privatkunden-Einlagen 2018 um 2,7 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro an. Der Sparkassen-Chef sieht das als "großen Vertrauensbeweis" der Kunden. Sein Tipp: Die Anlagen breit streuen und Geld auch in Wertpapieren anlegen. "Denn wir rechnen nicht mit einer erheblichen Veränderung des Zinsniveaus", sagt Samulewicz.

Wohnungsbau-Kredite sind weiter gefragt

Auch im Kreditgeschäft konnte die Sparkasse weiter zulegen. Das Volumen der Geschäftskredite für Unternehmen und Selbstständige stieg um 2 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro, die Kredite an Privatkunden stiegen um 4,7 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro. Vor allem die Nachfrage nach Wohnungsbau-Krediten sei weiterhin hoch, berichtet Samulewicz. Gut angenommen würden aber auch neue Angebote wie die Sparkassen-Card Plus mit einem flexiblen Rahmen für Privatkredite.

Innovationen sind generell gefragt - Stichwort Digitalisierung. Etwa 60 Prozent der Kunden nutzen inzwischen das Online-Banking-Angebot der Sparkasse, berichtet Samulewicz. Die 2016 eingeführte Online-Filiale mit sieben Mitarbeitern, die unter anderem per Videochat zur Verfügung stehen, hat inzwischen 6200 Kunden, bilanziert der Sparkassen-Chef.

Für Geschäftskunden wurde eine sogenannte "Payment"-Einheit mit sechs Mitarbeitern für Fragen rund um den Zahlungsverkehr neu eingerichtet. Zunehmend genutzt werde von den Kunden auch das kontaktlose Bezahlen, das inzwischen mit mehr als 80 Prozent der ausgegebenen Sparkassen-Cards möglich ist.

Die Folgen der Digitalisierung

Die Digitalisierung hat natürlich Folgen für die Arbeit der 1560 Sparkassen-Mitarbeiter, deren Zahl weiter gesunken ist. Immer mehr Service-Tätigkeiten werden automatisiert, auf der anderen Seite entstünden aber auch neue Arbeitsplätze, erklärt der Sparkassen-Chef. Man investiere allerdings weiter in die Nachwuchsgewinnung und Ausbildung.

Über die gute Bilanz können sich am Ende alle Dortmunder freuen. Gut 13 Millionen Euro schüttet die Sparkasse an die Stadt und für die Unterstützung von lokalen Vereinen, Einrichtungen und Organisationen aus.

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