Jazz-Festival

Mit einem Festival am Hafen will ein Dortmunder junge Musiker und die Jazz-Szene fördern

Hafen - "Der Jazz führt ein Nischendasein, das er nicht verdient hat", bemängelt Peter Köcke. Deshalb organisiert der 24-jährige Musiker am Samstag ein Gratis-Musikfestival am Dortmunder Hafen.

"Jungen Jazz-Musikern wird oft nicht die Möglichkeit gegeben, das was sie machen in angemessenem Rahmen und bei fairer Bezahlung zu machen", so umreißt Peter Köcke (24) das Problem seiner Szene. Er selbst ist Pianist und studiert an der Essener Folkwang Universität - weiß also wohl, wovon er spricht.

Die Idee, um dieses Problem anzugehen, kam ihm "ganz spontan im Mai - ich glaube bei einem Bier am Grünen Salon". Nicht viel Zeit, um ein Festival zu organisieren, aber irgendwie hat Köcke es offenbar geschafft. "Einen Monat lang bin ich von Tür zu Tür gegangen" erzählt er. Dann stand das Programm des "cargo:Jazz".

Keine Kompromisse, keine Einschränkungen, kein Eintritt

Am 11. August gibt es dieses Programm von 15 bis 22 Uhr zu hören. Am "Umschlagplatz" direkt am Hafenbecken wird das Jazz-Festival stattfinden. Das Kredo: "Keine Kompromisse", postuliert Peter Köcke. Damit meint er, dass sich die Vielfältigkeit der Musikrichtung im Programm widerspiegelt. Die verschiedenen Musiker und Bands stehen jeweils für ganz eigene Auslegungen des Jazz und sollen diese ohne Formatvorgaben zeigen können.

Zum Beispiel "Z.Z. X Olive Tree", die Jazz mit Keyboards, Gesang und dicken Hip-Hop-Beats machen. Dahinter stecke Olivia Wendlandt, die aktuell auch mit ihrer Band "Relaén" in der Szene bekannt sei, sagt Köcke. Das Michi Knippschild Quartett spiele dann eher traditionellen Jazz, allerdings mit einer Besonderheit: Es gebe keine Harmonieinstrumente, sagt Köcke. Also zum Beispiel kein Klavier. "Headliner" des Festivals wird "Zouy", die für eher freie Improvisation und Fusion stehen. Was alle Künstler des Festivals eint: Keiner von ihnen ist über 30.

Gefördert wird das Festival unter anderem vom Kulturbüro und der Bezirksvertretung Innenstadt Nord. Eintritt wird es keinen kosten. Auch das sei Köcke wichtig gewesen.

Auf fruchtbaren Boden gefallen

"Ich bin selbst Dortmunder und versuche den Jazz in meiner Stadt mitzugestalten", erklärt Köcke seine Motivation. "Das Ganze ist erstmal ein Prototyp aber mir ist aufgefallen, dass wenn man hier in Dortmund eine Idee hat, das auf fruchtbaren Boden trifft". Eine zweite Ausgabe des Festivals im kommenden Jahr, das würde sich Peter Köcke wünschen - wenn es gut läuft in diesem.

Und auch wer sich sonst nicht unbedingt für Jazz begeistern kann, könne trotzdem zum Festival kommen, sagt Köcke. "Die Leute auf der Bühne machen etwas mit Begeisterung. Allein darauf kann man sich schon einlassen", sagt er. "Und dabei tut man dann auch noch was für die Kulturszene in der Stadt."

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