Jazz-Festival

Erstklassige Big Bands spielen mit Jazz-Stars im Fritz-Henßler-Haus

Zwei Tage dauert das Big-Band-Festival der Glen-Buschmann-Jazz-Akademie am Wochenende im Fritz-Henßler-Haus. Denn es gibt was zu feiern. Und zwar mit echt sahnemäßigen Bands.

Seit 20 Jahren währt die Kooperation der Glen-Buschmann-Jazz-Akademie mit der Jazzschule Kim Nazaretov in Rostow am Don. Zum Anlass dieses runden Geburtstags gibt es in diesem Jahr ein zweitägiges Big-Band-Festival.

Uwe Plath, Saxofonist und Leiter der GBJA, hat für uns die Ensembles kommentiert.

Die Bands am Samstag, 13. Oktober

Das Samstagsprogramm ist neu beim Big-Band-Festival. Erstmals treten hier die Jugend-Ensembles auf. Das sind im Einzelnen:

17 Uhr: die Big Band des Pestalozzi-Gymnasiums Unna. Laut Veranstalter "eine der wichtigsten Talentschmieden Unnas, stilistisch überwiegend im Funk und Poprock, ergänzt um eineige Swing- und Bebop-Stücke". Uwe Plath: "Das Ensemble wird geleitet von dem sehr, sehr guten Trompeter Benedikt Kämper. Die machen ordentlich Druck, deswegen machen sie auch den Anfang, damit sie das Publikum wachrütteln. Die scheuchen schon mal die Tauben vom Dach."

18 Uhr: die Jazz Teens der Gesamtschule Iserlohn. Bei den Jazzteens spielen Schüler der Klassen 5 bis 7. Die Band ist die Vorstufe zum Aushängeschild der Iserlohner Gesamtschule, der Big Band Jazzination. Die Jazzteens waren immerhin NRW-Landessieger beim Jugend-Jazzt-Wettbewerb 2018. Uwe Plath: "Die haben es schon ziemlich drauf."

18.45 Uhr: Jazzination. Hier spielen die musikalischen Talente der Gesamtschule Iserlohn der Klassen 8 und höher. WDR-Jazzpreisgewinner 2014.

Uwe Plath: "Die haben eine unheimliche Bandbreite im Repertoire. Jede Nummer, die sie spielen, ist ein anderer Stil."19.45 Uhr: die "Kim Nazaretov" Children-Big-Band aus Rostow am Don.

Mit der renommierten Rostower Jazzschule Kim Nazaretov unterhält die Dortmunder Glen-Buschmann-Jazz-Akademie seit 20 Jahren eine Kooperation, zu der auch die jährlichen Festivals gehören. Kinder beginnen dort im Alter von drei Jahren ihre musikalische Ausbildung, zuerst ohne Instrument, ab sechs Jahre mit.

Die Kinder und Jugendlichen der Children-Big-Band sind 9 bis 15 Jahre alt und haben sich bereits dafür entschieden, Profimusiker zu werden.

Eigener Eindruck des Autors vom Soundzz-Konzert am 7. Oktober im Domicil: "Diese Big Band spielt auf Profiniveau. Angesichts ihres jungen Alters sind die sagenhaft gut. Schnelle, treibende, kompliziert akzentuierte Stücke spielen sie technisch einwandfrei und routiniert und trotzdem knackig und mit Biss. Ihre Soli sind schnell, originell und farbig. Supergeil."

20.45 Uhr: die GBJA-Big-Band Special Edition.

Musiker der Glen-Buschmann-Big-Band spielen mit Musikern des Jaroslav-Jezek-Konservatoriums Prag zusammen mit Star-Jazzsängerin Deborah J. Carter und dem Dortmunder Gesangstalent Lina Knörr.

Uwe Plath: "Das sind viele junge, hochtalentierte Musiker, die mit Deborah J. Carter zwei Tage lang das Programm erarbeitet haben. Carter singt Jazz und Funk, jettet ständig durch die Welt. Ihr Stil ist vergleichbar mit Ella Fitzgerald und Aretha Franklin."

Die Bands am Sonntag, 14. Oktober:

17 Uhr: die GBJA-Big-Band featuring Sängerin Dian Pratiwi (die neben Uwe Plath auch an der GBJA unterrichtet), Lina Knörr und Special Guests, dirigiert von Uwe Plath.

18.30 Uhr: die "Kim Nazaretov" Children-Big-Band aus Rostow am Don.

20 Uhr: das East-West-European-Jazz-Orchester featuring drei Weltstars: Pianist und Sänger Vahagn Hayrapetyan, der Sänger Norbert Gottschalk und die Sängerin Dian Pratiwi.

Dieses Konzert, sagt Uwe Plath, ist auf die beiden Gaststars zugeschnitten: den "wahnsinnig guten Pianisten und Sänger" Hayrapetyan aus Armenien und den fantastischen deutschen Sänger Norbert Gottschalk.

An beiden Tagen gibt es auch in den Pausen und nach der Show Live-Musik im Café. Dort spielen das Jazz Future Team NRW und Special Guests im Wechsel mit Alexandre Santos und Leonardo Barbosa.

Mit dem Jugend-Festival am Samstag, sagt Plath, sollen die Dortmunder Schulen "gekitzelt" werden. Denn die Zusammenarbeit mit der GBJA sei noch nicht zufriedenstellend, einige Schulen hätten zwar Schüler-Big-Bands, aber seien bisher an einer Kooperation nicht interessiert.

Der Gedanke hinter dem Jugend-Festival am Samstag

Denen - und vor allem den Schülern im Publikum - wolle er mit dem Jugendfestival zeigen, wie fruchtbar es sein kann, mit anderen Big-Bands in Kontakt zu treten. Außerdem möchte Plath auf die neuen Schülerangebote der Dortmunder Jazzakademie hinweisen.

Die seien zwar noch zum Teil in der Planung, doch gebe es bereits jetzt Unterrichts- und Förderangebote für Kinder ab sieben Jahren mit altersgerechtem Unterricht. Denn das Wichtigste bei der Musikvermittlung für Kinder, sagt Plath, sei nicht, dass sie in möglichst kurzer Zeit möglichst viel büffeln. Sondern, dass es den Kindern Spaß mache.

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