Jogi Löw und die WM-Analyse

"Es gab nicht nur einen Grund"

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München - Bundestrainer Jogi Löw und der DFB ziehen in der Münchner Allianz Arena ihre offizielle WM-Bilanz und geben das Aufgebot für das Länderspiel gegen Frankreich am 6. September bekannt. Für den Bundestrainer hat es für die Blamage in Russland aber nicht nur einen Grund gegeben.

Kaum ein Spieler hätte das abgerufen, was er kann. Löw sieht den Fehler aber auch bei sich, da er mit seiner Ansprache nicht genug auf die Akteure zugegangen sei. Nach den Jahren des WM-Erfolges 2014 habe man viele Dinge gut gemacht und war Vorbild für viele Mannschaften. Doch in Russland stockte dies. Das lag auch daran, dass man den Ballbesitz, der manchmal bei 60 Prozent lag, nicht in Tore ummünzen konnte. Zudem standen die Gegner sehr defensiv und waren konterstärker als früher.

Außerdem war die eigene Spielweise wenig von intensiven Sprints gekennzeichnet. Davon habe aber das Spiel zuvor gelebt. So sei das Spiel viel langsamer als 2014 gewesen. Die Spieler seien zwar lauffreudig gewesen - doch allein die Geschwindigkeit fehlte. "Wir haben im Passspiel viel zu lange gebraucht", sagte Löw. Ebenso sprach Löw von einer schlechten Chancenverwertung: „Wir hatten mehr Torabschlüsse als bei WMs 2010 und 2014, aber noch nie so wenig Tore erzielt.“ Und weiter zu der zeit nach dem Ausscheiden: „Die ersten zwei, drei Tage nach dem Ausscheiden waren bei mir persönlich geprägt von Frust, Niedergeschlagenheit, großer Enttäuschung und einer großen Portion Wut."

Zum Thema Özil: „Ich glaube wir haben die Situation mit den Fotos unterschätzt, auch ich unterschätzt. Ich dachte, als die beiden bei Steinmeier waren, dass wir uns auf die WM konzentrieren können. Dieses Thema hat auch Kraft gekostet. Für mich war klar, dass ich Mesut und Özil aus sportlichen Gründen nominiere.“ Bis heute habe Mesut Özil ihn nicht angerufen.

Thomas Schneider ist das erste Opfer. Er übernimmt die Leitung der Scouting-Abteilung und wird nicht mehr zum Trainerstab zählen. Beim Kader will Löw auf eine Mischung aus erfahren und jung setzen. So nominierte er Thilo Kehrer (gerade von Schalke zu Paris St. Germain gewechselt) , Nico Schulz (TSG Hoffenheim) und Kai Havertz (Bayer Leverkusen). Dagegen gehört Sami Khedira nicht mehr zum Kader.

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