"Jugend forscht" im Zeichen des Umweltschutzes

Teams aus Dortmund gewinnen mit ihren Ideen

Dortmund - Ob Verminderung der Feinstaubbelastung oder klimafreundliche Smart-Home-Systeme : Die Schüler des Wettbewerbs beschäftigen sich mit den großen Themen der Gesellschaft.

Moos kann die Feinstaubbelastung erheblich reduzieren: Das Ergebnis monatelanger Arbeit der drei Schülerinnen Anna Lena Holland (16), Anna Lyn Duhme (14) und Rachel Börger (15) beim Regionalwettbewerb von "Jugend forscht" könnte klarer nicht formuliert sein. Die drei Schülerinnen vom Gymnasium an der Schweizer Allee in Aplerbeck sind hoch ambitioniert: Sie wollen ihre Ergebnisse in die Tat umsetzen. Heißt konkret: In Schulen und an Hauptverkehrsstraßen (wie der Rheinischen Straße oder Brackeler Straße) wollen sie in naher Zukunft Mooswände anbringen.

Den Schülern ist bewusst, dass das nicht so einfach möglich ist. Und selbst wenn sie von Stadt und Politik grünes Licht bekämen, müsste das Projekt finanziert werden. Das schreckt die drei Schülerinnen nicht ab. Im Gegenteil. "Wir wollen etwas bewegen", sagt Anna Lena Holland und ihre Teamkolleginnen nicken zustimmend. Es sei ein großes Thema, was letztlich alle Menschen betreffe - nicht nur die Dieselfahrer -, sind sich die Mädchen einig.

Längst ist bekannt, dass die Feinstaubbelastung in Innenstädten zu hoch ist. In Dortmund etwa könnte es für Dieselfahrzeuge auf der B1 und Brackeler Straße nach dem Leipziger Gerichtsurteil bald ein Fahrverbot geben, um den Grenzwert für Stickoxid schnellstmöglich einzuhalten. Die Mädchen verfolgen die Debatte rund um das Thema. Denn sie wollen auf dem Laufenden sein, wenn sie den Behörden in den kommenden Wochen ihre Idee, mit dem Wunsch sie umzusetzen, präsentieren. Für ihre Idee bekamen die Mädchen am Mittwoch den ersten Preis in der Kategorie Umwelt.

"Auch wenn das Themenspektrum nach wie vor sehr vielseitig ist, werden Forschungen rund um das Thema Umweltschutz bei den jungen Menschen immer beliebter", sagt Dr. Bernd Hamann, ehemaliger Leiter des Wettbewerbs.

Gesundes Raumklima

Auch Jacob Linnemann, Niklas Sander und Daniel Gellert (Gymnasium an der Schweizer Allee) wollen die Welt ein kleines bisschen besser machen. Gemeinsam haben sie an einem Smart-Home-System geforscht, "das auch wirklich funktioniert". Smart Home ist ein Haushalt, in dem Multimedia-Geräte interagieren und zentral ferngesteuert werden können.

Längst haben die großen Hersteller den Markt für solche zukunftsorientierten Systeme erkannt, Produkte dazu entwickelt und in vielen Häusern und Wohnungen installiert. "Unsere Idee ist aber viel besser und hat eine Menge Vorteile", sagt Jacob. Das Gerät, das sie in jahrelanger Arbeit erforscht haben, kommuniziert nicht nur (wie die üblichen Geräte) mit seinen Nutzern, es misst auch die Luftfeuchtigkeit und den CO2-Gehalt der Räume. Das können auch andere Systeme.

System reagiert direkt auf Messungen

Das bessere und innovativere an der Idee der drei Schüler, so sagen sie, ist, dass das System sofort auf die Messungen reagieren kann. Es öffnet die Fenster, wenn das Raumklima nicht optimal ist. Gleichzeitig erfolgen Messungen außerhalb des Raumes. Ist die Luft draußen zu schlecht, bleibt das Fenster geschlossen.

Über eine App kann der Nutzer die Werte innerhalb von Sekunden einsehen. "Wir haben das System so gestaltet, dass es auf alle Werte Rücksicht nimmt", sagt Niklas. Und ergänzt: "So erreichen wir ein gesundes Raumklima." Die Jury haben die drei Jungen damit überzeugt: Sie bekamen den ersten Preis in der Kategorie Gesundheit.

Die Dortmunder Schüler haben nicht alle den Klima- oder Umweltschutz thematisiert. Charlotte Pleuger (17) ist der Frage nachgegangen, wie man mit DNA-Stücken Tiere in Teichen finden kann. Fabian Pense (14) hat Bedingungen getestet, unter denen eine Frisbeescheibe auf einem senkrecht nach oben gerichteten Wasserstrahl rotieren kann, ohne dass sie auf den Boden fällt. Weitere Schwerpunkte waren Projekte rund um Physik, Chemie, Mathematik und Technik. In diesem Jahr haben sich laut Hamann weniger Schüler aus Dortmund beworben als in den vergangenen Jahren. Woran das liegt, kann er nicht sagen.

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