Juicy Beats

50.000 Festival-Besucher trotzen der Hitze beim Juicy Beats

Dortmund - Das heißeste Juicy Beats in der Geschichte des Festivals lockte über 50.000 Besucher in den Westfalenpark. An über 20 Bühnen tanzten die Gäste - und steckten die Hitze erstaunlich gut weg.

Vor der Hauptbühne des Juicy Beats brauchte es keine Nebelmaschine. Der Boden war so trocken, das Gras schon so lange verdörrt, dass sich große Staubwolken bildeten, sobald die Festival-Gäste anfingen, zu tanzen. Und getanzt wurde viel.

Als Kraftklub am Freitagabend vor mehreren tausend Menschen spielten, banden sich viele Leute im vordersten Wellenbrecher Tücher vor den Mund, um beim Pogen weniger aufgewirbelten Sand einzuatmen. Kurz konnte man vergessen, dass die Chemnitzer Band im Westfalenpark spielt und nicht etwa beim Burning-Man-Festival in der Wüste von Nevada.

Festival-Pressesprecher Martin Juhls sagt: "Ich kann mich nicht erinnern, dass das Juicy Beats schon mal bei so einer Hitze stattgefunden hat." Bis zu 35 Grad heiß war es am Freitag, dem ersten Festival-Tag, die Sicherheitsleute liefen unentwegt hin und her, um den Menschen in den ersten Reihen vor den großen Bühnen Wasser zu bringen.

Mit Energie in den zweiten Festival-Tag

Doch die Festival-Besucher seien erstaunlich gut damit umgegangen, sagt Juhls, die Sanitäter hatten verhältnismäßig wenig Arbeit gehabt. "Die Gäste haben auf sich und auf andere geachtet", lobt er. Die Besucher hätten viel Wasser getrunken, sich genügend ausgeruht.

Nichtsdestotrotz war die Erleichterung groß, als das Wetter am zweiten Festival-Tag das Publikum mit "menschlicheren" Temperaturen belohnte. Und so tanzten die rund 30.000 Besucher am Samstag schon zur Mittagszeit ausgelassen in der Sonne. Als der Rapper und Dancehall-Künstler Trettmann um 14.30 Uhr auftrat, hatten sich bereits mehrere tausend Leute vor der Hauptbühne versammelt, um mit Energie in den neuen Festival-Tag zu starten.

Während man dem Publikum bei der Kraftklub-Show am Vorabend die Erschöpfung doch anmerkte, waren sie am Samstag voll dabei. Noch mehr Leute wurden es, als später RIN auftrat, auf den Kontra K, ebenfalls Rapper, folgte. Den letzten Headliner spielte anschließend die Gruppe 257ers, bei der sich endgültig fast alle 30.000 Gäste vor der Hauptbühne versammelten.

Sehr Hip-Hop-lastig war das Programm auf der Hauptbühne am Samstag, Indie-Fans kamen höchstens bei der britischen Band Editors auf ihre Kosten. Doch wer mit den Headlinern nichts anfangen konnte, hatte ohnehin genug andere Optionen. Es gab allerdings wohl kaum einen Besucher, der es geschafft hat, das gesamte Festival-Gelände zu erkunden, alle "Hidden Locations", versteckte Bühnen und Tanzflächen, zu finden.

Es gab auch leise Töne statt lauter Bässe

Verließ man den Bereich der zwei Hauptbühnen konnte man sich guten Gewissens verlaufen und sich plötzlich in einer ganz anderen Welt wiederfinden. Entspannte Folk-Musik gab es zum Beispiel von der Band Walking on Rivers auf der Konzerthaus-Bühne im Biergarten Spaten Garten. Auf dem Weg dorthin kam man an der Bühne des Jugend- und Kulturcafés Rheinische Strasse vorbei. "Bring your own beats", bring deine eigenen Beats mit, hieß die Bühne.

Nachwuchs-Rapper Opek trat dort am Nachmittag auf einer kleinen Bühne vor einer Gruppe von 15 Menschen auf, mit Energie und Einsatz, als wären es 15.000 Menschen. Ruhig und bedächtig ging es an der Poetry-Slam-Bühne zu. Leise Töne statt lauter Bässe, was zum Nachdenken und nicht nur zum Jubeln.

Der wahre Zauber zeigt sich nachts

"Wir haben dieses Jahr noch mehr Wert auf die Dekoration der Floors gelegt", erzählt Festival Direktor Carsten Helmich. Er lobt zum Beispiel die selbst gezimmerte Holzbühne des Tabula Rasa Floors. Und auch auf den Wegen zwischen den Bühnen, auf den Parkflächen und den Wasserspielen im Westfalenpark wurden zahlreiche Lampions und Lichtinstallationen angebracht.

Und so entfaltet das Juicy Beats seinen wahren Zauber nachts, wenn Laternen und bunte Lampen den Park bestrahlen und selbst die Gruppen betrunkener Halbstarker - die eben auch zu Festivals gehören - in ein schummriges, romantisches Licht tauchen.

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