„Juul“ ist bei Jugendlichen in den USA beliebt

Wird diese E-Zigarette für Schüler im Vest zur Gefahr?

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KREIS RE - Die E-Zigarette mit dem Namen „Juul“ erinnert vom Aussehen her an einen USB-Stick. Sie ist in den USA sehr erfolgreich, gerade auch unter Jugendlichen. Seit Mitte Dezember kann man „Juul“ auch in deutschen Tabakgeschäften und sogenannten Vape Stores kaufen.

Anja Gröschell von der „DROB – Drogenhilfe Recklinghausen und Ostvest“ hofft, „dass sich der Hype, der da in Amerika ausgelöst wurde, hier nicht wiederholt“. Denn, so die Präventionsexpertin, „der Nikotingehalt von ‚Juul‘ ist einfach wahnsinnig hoch“.

In den USA enthalten die Juul-Kapseln bis zu 59 Milligramm Nikotin pro Milliliter. In Deutschland sollen die E-Liquids „nur“ mit einem Nikotingehalt von 20 Milligramm je Milliliter angeboten werden – was dem zulässigen europäischen Höchstwert entspricht. „Aber auch das ist viel zu viel“, so Gröschell. Denn: „Das Suchtpotenzial von Nikotin ist äußerst hoch.“

Tatsächlich soll der Griff zur elektrischen Zigarette weitaus weniger schädlich sein als das traditionelle Rauchen. Weil E-Zigaretten weniger Schadstoffe enthalten und es beim „Dampfen“ nicht zu Verbrennungsprozessen kommt. „Meines Wissens gibt es aber keine Langzeitstudien zu den Gesundheitsschädigungen durch die Liquids (Flüssigkeiten)“, sagt Gröschell. Auch sei deren genaue Zusammensetzung oft unklar. Außerdem verbiete sich bei Jugendlichen sowieso von mehr oder weniger gesundheitsschädlich zu sprechen.

Verkauf an Minderjährige ist verboten

Der Verkauf von E-Zigaretten an Minderjährige ist übrigens verboten – in den USA genauso wie in Deutschland. „Die Altersprüfung ist mir extrem wichtig, auch im Internet“, sagt dazu Lars Kohnen, Geschäftsführer der K-Vape Dampfshop GmbH in Recklinghausen. Er würde Teenagern unter 18 Jahren nichts anbieten – und sie auch gar nicht erst beraten.

Kohnen hat „Juul“ nicht in seinem Sortiment – genauso wenig wie zwei andere Shops aus dem Vest, bei denen wir nachfragen. Kohnen weist auf seiner Homepage darauf hin, „dass nikotinhaltige Produkte für Personen unter 18 Jahren, Nichtraucher, Schwangere, stillende Mütter und Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht geeignet sind“. Dennoch betont auch er die weitaus geringere Schädlichkeit von E-Zigaretten. Wobei er bei „Juul“ das Problem sieht, dass hier Nikotin-Salze verwendet würden. Angeblich nimmt der Körper die schneller auf als das Nikotin im Tabak: „Daran muss man wirklich mit viel Bedacht ziehen.“

Ob „Juul“ zu einem Thema auf Schulhöfen im Vest wird? Gröschell kann es noch nicht abschätzen. Ihr Eindruck ist, dass E-Zigaretten dort bisher keine große Rolle spielen. Allerdings hat sie auch schon beim Kräuterlikör „Jägermeister“ erlebt, wie sogar ein vermeintlich unattraktives Alte-Leute-Produkt die Jugend erobern kann, wenn es hip daherkommt. Und das tut „Juul“.

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