Kanäle in NRW

Schleuse Henrichenburg wird gesperrt

Waltrop (dpa) - Es kommt kein Schiff mehr: Der Hafen in Dortmund kann sechs Wochen lang nicht auf dem Wasserweg erreicht wird. Der Grund: Eine wichtige Schleuse wird repariert. Das ist nicht die einzige Schwachstelle im westdeutschen Kanalnetz.

Der Kanalhafen in Dortmund ist vom kommenden Samstag an für sechs Wochen vom Schiffsverkehr abgeschnitten. Der Grund sind Reparaturarbeiten an der Schleuse Henrichenburg in Waltrop. An dem in die Jahre gekommenen Bauwerk müssten unter anderem die Elektrik erneuert werden, sagte ein Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Duisburg-Meiderich. Die Sperrung soll bis zum 31. Juli dauern. Danach ist ein mehrwöchiger Notbetrieb geplant, bei dem die Schleuse nur in den Abend- und Nachtstunden passiert werden kann.

Schiffe, die Dortmund anlaufen oder von dort in Richtung Rhein oder deutsche Nordseeküste fahren wollen, müssen durch diese Schleuse des Dortmund-Ems-Kanals. Pro Tag sind das nach Angaben des Sprechers etwa 10 bis 15 Schiffe, die vor allem Kies, Sand und andere Schüttgüter transportieren.

Die Schleuse wird nicht zum ersten Mal für Reparaturarbeiten gesperrt. Im vergangenen Herbst war sie vier Wochen außer Betrieb, eine weitere Sperrung ist für das kommende Jahr geplant. Es handele sich um die momentan größte Baumaßnahme an Schleusen im nordrhein-westfälischen Kanalnetz, sagte der Sprecher des Schifffahrtsamtes.

Die Sperrung der Schleuse führe zu einer Verlagerung von Transporte auf Straßen und Schiene, warnte die Dortmunder Hafengesellschaft. Wenn etwa 10 Prozent des Jahres in Henrichenburg nicht geschleust werden könne, müssten etwa 400 000 Tonnen auf anderem Wege transportiert werden, sagte ein Sprecher. Dafür seien rund 20 000 zusätzliche Lkw-Transporte oder 400 Güterzüge erforderlich. Die Hafengesellschaft, der durch die Sperrung Einnahmen entgehen, fordert den Bau einer zweiten Schleuse in Henrichenburg, wie es sie bis 2005 gegeben habe.

Die Schleuse Henrichenburg ist nicht das einzige sanierungsbedürftige Bauwerk an den Kanälen in NRW. Etwa 45 Prozent der Schleusenanlagen sind nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung älter als 80 Jahre. In einem besonders schlechten Zustand ist der Wesel-Datteln-Kanal. Die sechs Schleusen des 60 Kilometer langen Kanals müssten dringend in Stand gesetzt werden, hatte der Bundesverband der Öffentlichen Binnenhäfen gewarnt.

Konkrete Neubaupläne gibt es am Rhein-Herne-Kanal: In Wanne-Eickel soll eine zweite Schleuse gebaut werden. Seit die Vorgängerschleuse vor mehr als 15 Jahren stillgelegt wurde, ist der Rhein-Herne-Kanal während Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten an der parallelen Südschleuse in Wanne-Eickel nicht mehr durchgängig schiffbar. Baubeginn ist nach bisherigen Planungen allerdings erst im Jahr 2023.

Mehr als die Hälfte des gesamten Güteraufkommens der Binnenschifffahrt in Deutschland entfällt nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums auf die Wasserstraßen in Nordrhein-Westfalen. Die Ruhrgebietskanäle zählen demnach zu den verkehrsreichsten deutschen Schifffahrtskanälen.

Schleuse Henrichenburg

Masterplan Binnenschiffahrt

Neubau Nordschleuse Wanne-Eickel

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