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Mit der Niederlegung von Kränzen wurde der NS-Opfer in der Bittermark gedacht.

Karfreitagsgedenken in der Bittermark

Botschafter der Erinnerung übernehmen Aufklärungsarbeit

BITTERMARK - Fremdenfeindlichkeit und Rassismus sind auch heute ein aktuelles Thema. Beim Karfreitagsgedenken in der Bittermark war dies ebenso Thema wie die Verbrechen der NS-Zeit. Aufzuklären und Erinnerung wachzuhalten, ist die Aufgabe der "Botschafter der Erinnerung".

„Die von der Gestapo ermordeten Menschen bleiben in unserer Erinnerung – auch, wenn es immer weniger Zeitzeugen gibt, die diese dunkle Zeit erlebt und durchlitten haben“, sagte Bürgermeister Manfred Sauer. Dafür sorgen jetzt die „Botschafter der Erinnerung“, junge Menschen, die die Erinnerung an die Opfer der NS-Zeit wachhalten und gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus eintreten.

Den gelungenen Generationswechsel in der Erinnerungsarbeit zeigte gestern einmal mehr die Karfreitags-Kundgebung am Mahnmal in der Bittermark – dort, wo vor 72 Jahren kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs Widerstandskämpfer und Zwangsarbeiter von NS-Schergen ermordet wurden.

Anliegen soll weitergetragen werden

Die Botschafter der Erinnerung übernehmen nicht nur die Moderation der Gedenkveranstaltung, sondern tragen das Anliegen auch in ihrer Generation Schulen weiter. Vertreter mehrerer Schulen gaben bei der Kundgebung in der Bittermark vor rund 1500 Teilnehmern mehreren NS-Opfern mit Texten und in szenischen Darstellungen Gestalt. Dafür gab es viel Anerkennung nicht nur von Bürgermeister Manfed Sauer, sondern auch von Madame Nicole Godard als stellvertretende Vorsitzende des Verbandes der Zwangs- und Arbeitsdeportierten und Ernst Söder vom Förderverein Steinwache – Internationales Rombergpark-Komitee.

Die Erinnerung an die Karfreitagsmorde in der Bittermark ist aber stets auch verbunden mit Mahnungen zum Kampf gegen aktuelle rechtsextreme und rechtspopulistische Tendenzen. „Wir setzen mit diesem Gedenktag ein Zeichen für ein friedliches Miteinander und gegen Gewalt“, erklärte Manfred Sauer. Er sei notwendig, „um uns an unsere politische und gesellschaftliche Verantwortung zu erinnern“ und dass sich, „der Schrecken von einst nie mehr wiederholt“.

Ernst Söder übte vor diesem Hintergrund Kritik am NPD-Urteil des Bundesverfassungsgerichts, das die Partei zwar für verfassungsfeindlich erklärt, aber nicht verboten hatte. „Faschismus“, sagte Söder, „ist ein Verbrechen, für das es niemals eine Entschuldigung gibt.“i

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