Kaum Chancen für zwei neue Möbelhäuser in Dortmund

Möbelmärkte müssen sich noch etwas gedulden

Dortmund - Die Politik hat Bauchschmerzen mit der Ansiedlung von gleich zwei neuen Möbelhäusern mit zusammen rund 85.000 Quadratmetern in Dortmund. Dafür gibt es einen Zeitplan für den Bau der Nordspange über die Westfalenhütte.

Die Politik hat weiterhin Bauchschmerzen mit der Ansiedlung von gleich zwei neuen Möbelhäusern mit zusammen rund 85.000 Quadratmetern Verkaufsfläche in Dortmund. Eine klare Entscheidung wurde am Mittwoch im Ausschuss für Stadtentwicklung aber erneut vertagt. Denn es gibt noch viele offene Fragen.

Eine klare Festlegung gab es schon von den Grünen. Sie lehnen ein neues Möbelhaus am Rande des Induparks ab, können sich nur mit einer Neuansiedlung an der Hildastraße in der Nordstadt anfreunden. Von der CDU gab es immerhin das Signal, den Standort am Sorbenweg am Rande des Induparks abzulehnen. Es könnten aber andere Flächen untersucht werden. Wobei es auch grundsätzliche Bedenken gibt. Großes Wachstum sei für die Möbelbranche nicht zu erwarten, stellte CDU-Fraktionssprecher Uwe Waßmann fest. "Der vorhandene Kuchen wird nur neu verteilt."

Kosten werden auf etwa 50 Millionen Euro geschätzt

Abstimmungsreif wurde der CDU-Vorschlag zur Absage an den Standort Sorbenweg aber noch nicht. "Es gibt noch viel Informationsbedarf", waren sich die Sprecher der Fraktionen einig. Das räumte auch Planungsdezernent Ludger Wilde ein. So seien etwa noch Verkehrsgutachten einzuholen. Für den Standort Hildastraße gebe es bereits die Erkenntnis, dass der Verkehr im Zusammenhang mit dem Neubau der Nordspange als Straßenverbindung über die Westfalenhütte zur Bornstraße funktioniere.

Die Kosten für die künftige Hoeschallee bezifferte Wilde auf rund 50 Millionen Euro, abzüglich möglicher Fördermittel. Dazu kommen 15 Millionen Euro, die die Stadt an Thyssen-Krupp für Flächen auf der Westfalenhütte zahlen soll, die zu Grünflächen und neuen Straßen werden. Gebaut werden soll die Nordspange zwischen 2021 - mit Beginn an der Brackeler Straße - und Ende 2024 - mit dem Anschluss Hildastraße/Bornstraße und Weiterbau bis zur Burgholzstraße.

Beratung am 4. Juli

Die Konsequenz: "Die Nordspange wird nicht vor 2025 da sein", sagte Wilde. Das Möbelhaus könnte womöglich schon früher an den Markt. Ob das dann mit der bisherigen Verkehrserschließung funktioniere, müsse ebenfalls noch untersucht werden. Wildes Vorschlag: Am 4. Juli sollen die Gutachter dem Ausschuss und den betroffenen Bezirksvertretungen ihre Erkenntnisse vorstellen. Eine politische Entscheidung könnte dann später fallen. "Wir stehen da nicht unter Zeitdruck", sagte Wilde.

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