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Blick auf die Produktionsgebäude des Fleischherstellers Wilke Wurstwaren. Nach zwei Todesfällen durch Keime in Wurstwaren muss der Hersteller die Produktion stoppen.

Rückruf

Keine Hinweise auf kontaminierte Wilke-Wurst in NRW

Nach zwei Todes- und mehreren Krankheitsfällen durch keimbelastete Wurst, werden in NRW die Kontrollen verstärkt. Auch der Kreis Recklinghausen ist betroffen.

Update, 9. Oktober, 15.30 Uhr

Im Skandal um den hessischen Fleischverarbeiter Wilke haben die nordrhein-westfälischen Behörden keine Hinweise, dass mit Listerien kontaminierte Wurst nach NRW gekommen ist. Es gebe auch keine Informationen, dass Menschen in NRW durch den Verzehr von Wilke-Wurstwaren an einer Listeriose erkrankt seien, sagte ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums am Mittwoch.

In einigen Produkten des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG aus dem hessischen Twistetal waren mehrfach Listerienkeime nachgewiesen worden. Die Waren der Firma werden mit zwei Todesfällen in Südhessen sowie 37 weiteren Krankheitsfällen wegen keimbelasteter Wurst in Verbindung gebracht.

In fast allen Kreisen in NRW gibt es Händler, die Produkte von Wilke bezogen haben - nach Schätzungen des Landesamts für Verbraucherschutz (LANUV) gab es allein in NRW weit über 100 Kunden. Konkretere Informationen dazu veröffentlichten die Behörden nicht. "Aufgrund der bestehenden öffentlichen Verunsicherung ist größtmögliche Transparenz anzustreben", sagte der Ministeriumssprecher. Dies bedürfe aber einer engen Abstimmung mit dem federführend zuständigen hessischen Verbraucherschutzministerium.

Weltweit gilt ein Rückruf für sämtliche Waren der Firma. Diese Produkte sind an der Veterinärkontrollnummer DE EV 203 EG auf jeder Packung zu identifizieren.

Erstmeldung, 8. Oktober, 7 Uhr

Region – Wurstwaren des Herstellers Wilke sind auch in den Kreis Recklinghausen geliefert worden. „Wir stellen jetzt sicher, dass die betroffene Ware von den belieferten Betrieben nicht mehr ausgegeben wird“, erklärte Svenja Küchmeister, Sprecherin der Kreisverwaltung. 

Nach zwei Todes- und mehreren Krankheitsfällen durch keimbelastete Wurst verstärkt Nordrhein-Westfalen die vorsorglichen Kontrollen. "Wir werden Schwerpunkt-Kontrollen bei den Unternehmen machen, die schon aufgefallen sind", kündigte NRW-Verbraucherministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) am Montag in Düsseldorf an. In Produkten des Herstellers Wilke Waldecker Fleisch- und Wurstwaren GmbH & Co. KG aus dem hessischen Twistetal waren mehrfach Listerienkeime nachgewiesen worden.

Mehr als 100 Kunden in NRW

Fast alle Kreise in NRW seien davon betroffen, sagte die Ministerin. "Wir können aber noch nicht genau sagen, ob alle Unternehmen in dem fraglichen Zeitraum beliefert worden sind." Die Ordnungsbehörden seien dabei, das abzuarbeiten. Noch in dieser Woche sollten die genauen Kunden- und Abnahmelisten über das Landesumweltamt veröffentlicht werden, kündigte sie an.

Nach Angaben des Landesumweltamts hat das Unternehmen Wilke weit über 100 Kunden flächendeckend in Nordrhein-Westfalen aufgeführt. Dazu gehörten Großhändler ebenso wie Großküchen oder Einzelhändler. "Der Rückruf hat bereits am 2. Oktober begonnen. Die Behörden vor Ort haben die betroffenen Unternehmen kontaktiert", sagte der Sprecher.

Die Produktion bei Wilke war bereits gestoppt und der Rückruf aller Produkte weltweit angeordnet worden. Wie konsequent das erfolgt sei, werde derzeit kontrolliert, sagte Heinen-Esser. Vertreter der Kreise hätten das Recht, zu diesem Zweck in die Kantinen von Krankenhäusern oder Pflegeheimen zu gehen. "Wir wissen, dass die meisten das ganz gut im Griff haben."

Am vergangenen Freitag hatte allerdings die Kölner Uniklinik Fehler einräumen müssen. Einige Reha-Patienten hätten trotz des Rückrufs noch Wilke-Wurstwaren bekommen, hatte die Klinik mitgeteilt.

Listerien sind in der Natur häufig vorkommende Bakterien. Nur sehr wenige Menschen erkranken aber an der sogenannten Listeriose. Bei gesunden Erwachsenen verläuft die Infektionskrankheit meist unauffällig oder nimmt einen harmlosen Verlauf mit grippeähnlichen Symptomen. Gefährlich ist die Infektion für abwehrgeschwächte Menschen.

mit dpa-Material

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