Kinder haben gezündelt

Mysteriöse Kugelböller: Polizei gibt teilweise Entwarnung

DORTMUND - Im Fall der mysteriösen Kugelböller mit sechs verletzten Kindern gibt die Polizei Entwarnung - zumindest teilweise. Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen ist nur ein Spielplatz betroffen. Auch seien die Feuerwerkskörper nicht von allein explodiert.

Nach eingehenden Befragungen von Eltern und Kindern zu den mysteriösen Kugelböllern, durch die mindestens sechs Kinder und ein Erwachsener verletzt wurden, kann die Polizei nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen teilweise Entwarnung geben.

So sei nur ein Spielplatz betroffen gewesen, teilte Polizeisprecher Kim Freigang am Donnerstag mit. Dort hätten mehrere Kinder gezündelt und den Böller so zur Explosion gebracht. Die Feuerwerkskörper seien also nicht von allein explodiert. Die übrigen Böller seien auf Straßen und Wegen gefunden worden.

Kontrolleure und Reinigungskräfte informiert

Die für die 336 städtischen Spielplätze zuständigen Mitarbeiter des Tiefbauamtes und die beauftragten Reinigungsfirmen seien "umgehend über die Gefahr von Böllern und Restfeuerwerken informiert worden", reichte am Donnerstag Stadtsprecherin Heike Thelen auf Anfrage nach: "Sie achten daher besonders auf alle Arten von eventuell gefährlichen Feuerwerkskörpern. Bislang wurden allerdings noch keine weiteren entsprechenden Böller auf Spielplätzen gefunden."

Gegebenenfalls, so Thelen, würden solche Funde dokumentiert und anschließend fachmännisch entfernt. "Dieses Vorgehen wurde mit der Bezirksregierung Arnsberg abgestimmt, die für das Sprengstoffwesen zuständig ist."

Stadt und Polizei warnen vor Böllerresten

Die Stadt warnt ausdrücklich vor übrig gebliebenen Silvesterböllern , die auf Straßen, Grünflächen und vereinzelt auf Spielplätzen liegen. Die 336 städtischen Spielplätze würden einmal wöchentlich kontrolliert und gereinigt, berichtet Heike Thelen.

Da sich darüber hinaus zahlreiche öffentlich zugängliche Flächen wie Spielplätze und Grünanlagen in Privatbesitz befänden, sei es dringend geboten, Eltern für die Gefahren zu sensibilisieren. Diese sollten an ihre Kinder appellieren, sich unbedingt von den Sprengkörpern fernzuhalten.

Eine ganze Tüte Polen-Böller lag in den Büschen

Auch Polizeisprecher Freigang betont wiederholt, dass vor allem Eltern in der Pflicht stünden, den Kindern zu erklären, dass Feuerwerkskörper nicht in ihre Hände gehören und dass man sie nicht von der Straße aufhebt und anzündet.

Es gebe viele Erwachsene, die nicht zugelassene Feuerwerkskörper einfach herumliegen ließen, berichtet Freigang. So hätten Kollegen gleich eine ganze Tüte mit sogenannten Polen-Böllern gefunden, die jemand in die Büsche geworfen habe. Die Knallkörper habe schließlich ein Feuerwerker entsorgt, der das Recht habe, damit umzugehen. Freigang: "Die darf man noch nicht einmal im Streifenwagen transportieren."

Appell an die Eltern

Die Polizei könne aber nicht überall sein, stellte Freigang fest. Vor dem Hintergrund, dass zum Jahreswechsel so viele Kinder durch Blindgänger verletzt wurden, unterstrich Freigang, wie wichtig es ist, dass Eltern auf ihre Kinder aufpassen.

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