10. Kirchlichen Filmfestivals

Produzent Siebert erhält Ökumenischen Filmpreis

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Kreis RE - Das Kirchliche Filmfestival wird „Of Fathers and Sons – die Kinder des Kalifats“ auszeichnen und freut sich auf viele Gäste – und natürlich vor allem auf Wim Wenders.

Tobias N. Siebert wird am Samstag, 23. März, den Ökumenischen Filmpreis des 10. Kirchlichen Filmfestivals entgegennehmen. Siebert ist der Produzent von „Of Fathers and Sons – die Kinder des Kalifats“. Das Werk, das auch für den Oscar 2019 nominiert war, hat die Jury tief beeindruckt. „Es ist ein einzigartiger, unglaublich bewegender Dokumentarfilm“, sagt Julia Borries vom Veranstalter, dem Arbeitskreis Kirche & Kino des Evangelischen Kirchenkreises und Katholischen Kreisdekanats.

Regisseur Talal Derki ist für den Film zwei Jahre lang in das Leben einer islamistischen Familie im Nordwesten Syriens eingetaucht – „und hat sich dafür in größte Gefahr begeben“, wie Arbeitskreis-Mitglied Harald Wagner sagt. Herausgekommen ist dabei laut Jury ein einzigartiger emotionaler Einblick in eine sonst hermetisch abgeriegelte Welt. Wobei der Fokus des Films auf den Kindern liege, wie Borries erläutert. Und auf der irritierenden Erkenntnis, dass auch sie von ihren Familien geliebt werden – trotz der Erziehung zu islamistischen Gotteskriegern.

Filmfestival in Recklinghäuser Cineworld-Kino

„Unbequeme Filme“: So lautet das Motto des 10. Kirchlichen Filmfestivals. Es findet vom 20. bis 24. März im Recklinghäuser Cineworld-Kino statt – aber nicht nur. „Der junge Picasso“ ist in der Kunsthalle zu sehen, „Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen“ in der St.-Peter-Kirche. Der Stummfilm von 1927 wird von Regionalkantor Thorsten Maus an der Klais-Orgel begleitet.

Das Kirchliche Filmfestival ist ein in dieser Art bundesweit einmaliges – und lockte zuletzt über 3400 Besucher an. Es zieht seinen besonderen Charme aus der Nähe zu den mal mehr, mal weniger prominenten, aber immer spannenden filmschaffenden Gästen.

Diesmal kommt ein ganz Großer: Wim Wenders. Der Regisseur und Fotograf ist einer der bedeutendsten Vertreter des deutschen Kinos. Der 73-Jährige wird in Recklinghausen den Ehrenpreis für sein Lebenswerk erhalten. „Die Auszeichnung würdigt sein facettenreiches Werk, das den Menschen und die Menschlichkeit in den Vordergrund rückt“, heißt es vonseiten der Jury, die diesen Preis erstmals vergibt.

Insgesamt werden 18 Filme gezeigt

Am Sonntag, 24. März, läuft zunächst Wenders Kult-Film „Der Himmel über Berlin“ – „auch als Hommage an den gerade verstorbenen, großartigen Schauspieler Bruno Ganz“, erläutert Arbeitskreis-Mitglied Marc Gutzeit. Wenders wird hier anschließend zum Publikumsgespräch zur Verfügung stehen.

Am Abend zeigt das Festival dann Wenders‘ aktuelles Werk, sein filmisches Porträt von Papst Franziskus (2018). In diesem Rahmen soll der Präsident der Europäischen Filmakademie auch seinen Ehrenpreis erhalten. Insgesamt werden diesmal 18 Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme zu Themen wie Migration, Zukunft der Arbeit oder Dialog der Kulturen und Religionen gezeigt. Los geht es mit der Gesellschaftskomödie „Womit haben wir das verdient?“ Im Mittelpunkt steht hier die Atheistin und Feministin Wanda (Caroline Peters), deren pubertierende Tochter Nina (Chantal Zitzenbacher) verkündet, dass sie Muslima werden will.

Das Festival-Programm

19.30 Uhr: „Womit haben wird das verdient?“ (Eröffnungsfilm; Gast: Eva Spreitzhofer, Regisseurin) 17 Uhr: „#Female Pleasure“ (Gast: Ulrike Göken-Huismann, Deutsches Weltgebetstagskomitee, angefragt) 19 Uhr: „Sonnenaufgang – Lied von zwei Menschen“ (St. Peter, Eintritt: frei) 20 Uhr: „Edie – für Träume ist es nie zu spät“ (Gast: Simon Hunter, Regisseur) 17 Uhr: „Iuventa: Seenotrettung – ein Akt der Menschlichkeit“ (Gast: Meik Schöpping, Sea-Watch) 17 Uhr: „Utoya 22. Juli“ (Jugendfilmprojekt) 19.45: „Gelobt sei Gott“ (Gäste: Gerd Schneider, Regisseur, Vertreter der Kirchen) 14.30: „Checker Tobi und das Geheimnis unseres Planeten“ (Preis der Kinderjury; Gast: Tobi Krell) 15 Uhr: Kurzfilme (nicht nur) für die Bildungsarbeit (Gäste: Jan-Gerrit Seyler und Astrid Menzel, Regisseure, Ines Vielhaben, Lehrerin) 17 Uhr: „Das Haus am Meer“ 19.30 Uhr: „Of Fathers and Sons – die Kinder des Kalifats“ (Ökumenischer Filmpreis des kirchlichen Filmfestivals, Gast: Tobias N. Siebert, Produzent) 11 Uhr: „Der junge Picasso“ (Kunsthalle, mit Führung, Eintritt: 5 Euro) 14 Uhr: „Streik“ 17 Uhr: „Der Himmel über Berlin“ (Gast: Wim Wenders, Regisseur) 20 Uhr: „Papst Franziskus – ein Mann seines Wortes“ (Wim Wenders erhält den Ehrenpreis des Kirchlichen Filmfestivals für sein Lebenswerk)

Tickets kosten je nach Film zwischen 8 und 15 Euro. Es gibt sie ab Montag, 11. März, im Festivalkino Cineworld (Kemnastr. 3, Recklinghausen) oder im Internet: www.cineworld- recklinghausen.de

Ein Jury-Liebling ist „Streik“: Ein Film über verzweifelte südfranzösische Arbeitnehmer, die vor dem Verlust ihres Jobs stehen. Ein „sehr glaubwürdiger“ Film, wie Joachim van Eickels sagt – über eine Gesellschaft, der es an Solidarität mangelt.

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