Klassik

Liebe und Lust in Gefahr und Frieden

Das vierte Kammerkonzert der Dortmunder Philharmoniker bot einige Entdeckungen. So präsentierten sie unter anderem Werke ihres eigenen Cellisten Hauke Hack.

Warum zu den Tagen Neuer Musik nach Witten fahren, wenn das Gute so nah ist? Die Dortmunder Philharmoniker haben am Montagabend im vierten Kammerkonzert im Orchesterzentrum Werke ihres Cellisten Hauke Hack einer Entdeckung des ungarischen Beethoven, Antal György Csermák, gegenübergestellt.

Wunderbare Musik für ein Streichtrio

Wunderbare Neue Kammermusik waren die zehn "Pieces for Peace - Bang Icin Eserler", die Hauke Hack aus den Buchstaben der Namen von Freunden, Kollegen und Verwandten für ein Streichtrio aus Geige (Branca Weller), Bratsche (Hindenburg Leka) und Cello (Hauke Hack) komponiert hat.

Und für solche Namenssignaturen, die auch Bach, Schumann, Brahms und viele andere Komponisten erdacht haben, waren die kleinen Werke richtig schön melodiös, hatten einen wunderbaren Ausdruck und Charakter.

Happy Birthday für eine Geigerin

Die "Sicilienne" ist ein Satz für Hauke Hacks Ehefrau, der "Valse Anniversaire", ein Stück mit einer Prise Salonmusik und einem "Happy Birthday" für Gesa Renzenbrink, Geigerin bei den Dortmunder Philharmonikern. Und viel Tiefe und Gehalt hatten die "Pieces" der zweiten Abteilung.

In Wechseln mit Csermáks Quintett "Die drohende Gefahr" oder "Die Vaterlandsliebe" wirkten die Miniaturen noch empfindlicher. Den Sieg über Napoleon hat der ungarische Beethoven-Zeitgenosse in neun zum Teil recht ausgelassenen und klanglich derben Sätzen vertont - kammermusikalisch nicht immer sehr raffiniert, aber unterhaltsam und illustrativ.

Brahms war der Großmeister des Konzerts

Der Großmeister dieses Konzerts war nach der Pause Johannes Brahms. Auch der hat in seinem G-Dur-Streichsextett mit Tönen gespielt, die er einem Namen entnommen hat: von Agatha, in die er unglücklich verliebt war. Mit viel Vehemenz gingen die vier Philharmoniker und die beiden Gäste in allen vier Sätzen ans Werk, ließen Leidenschaft aus dem ersten Satz klingen und brachen die Lust im Finale mit sehr schön ausgespielten Anflügen von Liebesidylle. Die Brücke zum ersten Teil und Csermák schlug der fünfte Ungarische Tanz von Brahms als Zugabe.

Mit dem fünften Kammerkonzert beenden die Philharmoniker am 17. Juni ab 20 Uhr im Orchesterzentrum die Kammerkonzertsaison. Auf dem Programm stehen dann Werke für Holzbläser-Ensemble.

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