Kleines Mädchen schwer behindert

Kunstfehler bei Geburt: Vorerst keine Einigung im Prozess

Dortmund - Zwei Jahre nach der folgenschweren Geburt eines Mädchens im Knappschaftskrankenhaus in Dortmund-Brackel beschäftigt der Fall seit Donnerstag das Dortmunder Landgericht. Klar ist, dass die Eltern des schwer behinderten Kindes hohe Schadenersatzzahlungen erhalten werden. Fraglich ist allerdings noch, von wem und in welcher Höhe.

Bei der rund 18 Stunden dauernden Geburt hatte das Mädchen - nennen wir es Tilda - eine zu lange Sauerstoffunterversorgung des Gehirns erlitten. Seitdem ist das Kind mehrfach behindert. Die Kleine ist blind, hat Schluckstörungen, leidet unter Spastiken und Epilepsie.

Die Eltern machen für die schrecklichen Folgen zum einen die beiden Beleghebammen verantwortlich. Zum anderen müssen ihrer Ansicht nach aber auch das Krankenhaus und dessen Ärzte für die schlimmen Folgen haften.

Langer juristischer Streit?

Zu Beginn der Verhandlung vor der Arzthaftungskammer des Landgerichts machte die Vorsitzende Gisela Kothe-Pawel deutlich, wie lange sich dieser juristische Streit hinziehen könnte. "Ohne Sachverständigen-Gutachten geht hier natürlich nichts", sagte die Richterin. "Im Durchschnitt dauern solche Verfahren bei uns in der ersten Instanz rund zweieinhalb Jahre."

Die Eltern von Tilda wollten sich am Donnerstag trotzdem nicht auf Vergleichsverhandlungen einlassen. Dabei hilft es ihnen, dass die Versicherung der beiden Beleghebammen den Behandlungsfehler bereits eingestanden und die Übernahme der in Zukunft entstehenden Behandlungs- und Pflegekosten angekündigt hat.

Deckungssumme von sechs Millionen Euro

Die Deckungssumme beläuft sich in diesem Fall auf sechs Millionen Euro. Tildas Eltern haben die Sorge, dass dieses Geld nicht ausreichen wird. Nicht nur deshalb hätten sie gerne auch die Versicherung des Knappschaftskrankenhauses mit im Boot.

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