Kletterturm in Hombruch wieder geöffnet

Es kann endlich wieder geklettert werden

Hombruch - Nach einem langen Dornröschenschlaf erweckt: Am Kletterturm im Sport- und Freizeitpark kann seit Freitag offiziell wieder geklettert werden - und nicht nur das.

Wie lange genau der Kletterbetrieb an der Kieferstraße stillstand, daran können sich Bezirksbürgermeister Hans Semmler, Daniel Binder (Teamleiter Büro für Kinder- und Jugendinteressen), Martin Ruhrmann (Fachreferent Fun- und Trendsport) und Roland Holze von der Jugendfreizeitstätte (JFS) Hombruch nicht erinnern.

Einig sind sich aber alle darin, dass es mindestens 20 Jahre gewesen sein müssen. Dass der Kletterturm seit seiner Einweihung im letzten Jahr wieder zu seinem ursprünglichen Zweck genutzt wird, war nicht von Anfang an klar. "Wir haben immer überlegt, was wir damit machen", sagt Hans Semmler. "Erneuern oder doch abreißen und etwas ganz anderes?"

Letztendlich ist die Entscheidung auf die Reparatur des bestehenden Kletterturms gefallen. Und die war ziemlich umfangreich: "Wir mussten das komplette Dach anheben und die Statik verändern", erzählt Daniel Binder. "Außerdem gibt es jetzt eine richtige Treppe, über die man in den Turm kommt." Auch die Absicherung des Turmes sei wichtig gewesen.

Er ist rundherum mit Gittern umzäunt. "So verhindern wir, dass unbefugte Personen sich Zutritt verschaffen", erklärt Daniel Binder. "Und dann haben wir noch die Belastbarkeit der Bühne verstärkt." Eine Bühne im Kletterturm? "Ja, der Kletterturm kann auch als Bühne genutzt werden", sagt Martin Ruhrmann.

Naturtribüne für Zuschauer in Planung

Es gebe bereits Anfragen für die Bühne im Turm. Denn die Lage sei ideal. "Wir haben hier rundherum minimale Bevölkerung", erklärt Bezirksbürgermeister Hans Semmler. Dementsprechend sei auch die Lärmbelästigung minimal. Auf der Bühne im Kletterturm können dann zukünftig Theateraufführungen und Konzerte unter freiem Himmel stattfinden.

"Wir planen eine Naturtribüne für Zuschauer", sagt Martin Ruhrmann. "Damit auch alle einen guten Blick auf die Bühne haben." Aktuell fehle aber noch der Stromanschluss, um die für Aufführungen nötige Lichtanlage zu installieren.

Zumindest die Klettersaison konnte bereits am Freitag offiziell eröffnet werden. In Betrieb ist der Turm aber schon seit Anfang Mai.

Die Kinder und Jugendlichen der nahegelegenen Jugendfreizeitstätte durften schon testklettern. "Bisher waren alle Termine sehr gut besucht", erzählt Roland Holze von der JFS. Der Turm wird aber nicht nur von der JFS genutzt. Jeder kann zum Klettern kommen - wenn er zwei Voraussetzungen erfüllt: "Man muss mindestens 1,20 Meter groß sein, sonst passen die Gurte nicht", sagt Martin Ruhrmann.

"Und die körperliche Verfassung muss natürlich so sein, dass man gefahrlos klettern kann." Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren gibt es noch eine weitere Regel: "Die Eltern müssen eine Einverständniserklärung unterschreiben."

Abgesichert und angeleitet werden die Kinder und Jugendlichen von Mitarbeitern der JFS, die entsprechende Kletterscheine haben.

Mögliche Erweiterung geplant

Derzeit gibt es im Kletterturm eine Kletterwand mit vier Routen. Diese sind farblich gekennzeichnet, damit sich niemand "verklettert". Zwei der Routen haben im oberen Teil einen Überhang - das heißt, dass die Kletterwand in Richtung Kletterer geneigt ist. "Das ist dann schwieriger", erklärt Roland Holze.

"Weil man näher an die Wand und mehr Gewicht tragen muss." Zukünftig könnte es im Turm noch eine weitere Kletterwand geben. "Da muss man auch mit dem Ohr bei den Jugendlichen bleiben", sagt er. "Wenn die jetzt sagen: ?Ich bin da zehn Mal hochgeklettert, jetzt könnte ich auch mit den Füßen zuerst hoch', dann müssen wir schauen, dass wir da etwas Neues anbieten."

Geplant seien auch Ausflüge zu Kletterhallen in der Umgebung. Und damit auch die Kleinen auf ihre Kosten kommen, ist ein Niedrigseilgarten hinter dem Kletterturm geplant. "Das ist relativ einfach umzusetzen - wenn das Geld da ist", sagt Daniel Binder.

Sportpark soll wachsen

Der Sport- und Freizeitpark soll aber nicht nur Kletterbegeisterte ansprechen. Um auch für andere Sportarten entsprechenden Platz zu schaffen, ist bereits zum zweiten Mal eine Bewerbung für das Sportförderprogramm des Landes an die Regierung gegangen.

Eine erste Bewerbung wurde aufgrund der hohen Kosten abgelehnt. "Wir hoffen, dass wir diesmal berücksichtigt werden", sagt Daniel Binder. Es gebe aber auch schon einen finanziellen Plan B, wenn es wieder nicht klappt. "Wir freuen uns einfach, wenn wir endlich loslegen können", so Binder.

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