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Ausgezeichnete Absolventen: (v.l.) Felix Leven, Katrin Tietz, Louis Mersmann und Sebastian Reichert.

Klimawandel

Gegen Energieverlust und Autobahn-Staus

Kreis RE - Für ihre praxisnahen Arbeiten sind Absolventen der Westfälischen Hochschule mit Preisen ausgezeichnet worden. Die Graduierungsfeier fand im Recklinghäuser Festspielhaus statt.

Felix Leven macht sich Gedanken über den Klimawandel. Wie sollen die Klimaziele eingehalten werden, wenn durch das Entweichen von Wärme aus Häusern und Wohnungen jede Menge Energie verschwendet wird? Das hat er sich nicht nur gefragt, sondern auch zum Thema seiner Masterarbeit an der Westfälischen Hochschule gemacht. Dafür ist der 25-jährige Bochumer jetzt mit dem Peter-Borggraefe-Preis der Hochschulabteilung Recklinghausen ausgezeichnet worden.

„Aerogele“ könnten einen Beitrag zur Lösung der oben beschriebenen Problematik leisten. Das sind feinstrukturierte, poröse Materialien mit äußerst guter Dämmwirkung, besser als Styropor – aber auch sehr teuer. Felix Leven (Studiengang Chemie) hat sich vorgenommen, Aerogele konkurrenzfähig zu machen.

Die Basisforschung hat er während seines Studiums in Zusammenarbeit mit dem Chemiekonzern Evonik betrieben. Leven setzte dabei auf kostengünstige Polymere und ein alternatives, energieeffizientes Herstellungsverfahren. Das Thema will er in seiner Doktorarbeit weiter verfolgen. Er ist überzeugt davon, ein preislich konkurrenzfähiges Produkt zu entwickeln, das, wie er sagt, mindestens eine 20 Prozent bessere Dämmfähigkeit verspricht als Styropor.

Infrastruktur beruht auf falschen Annahmen

Vier Absolventen der Hochschulabteilung standen bei der Graduierungsfeier im Recklinghäuser Festspielhaus im Mittelpunkt. Sie wurden für ihre herausragenden Leistungen mit Studienpreisen ausgezeichnet. Neben Felix Leven gehörte auch Sebastian Reichert zu dem Quartett. Der 27-Jährige (Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen) hat sich mit den Tücken des Straßenverkehrs beschäftigt. Staus und zäh fließender Verkehr sorgen dafür, dass viele Autos es gar nicht erst bis auf die Autobahn schaffen, so seine These.

„Die Fahrzeugzählungen durch Messschleifen geben deshalb überhaupt keinen Aufschluss darüber, wie viel Verkehr ohne Staus fließen würde, wie hoch also die tatsächliche Nachfrage nach Straße ist“, beschreibt der Olfener seinen Ansatzpunkt. Die Bemessung der Verkehrsinfrastruktur beruhe deshalb auf falschen Annahmen. Um realistische Resultate zu erhalten, hat Masterstudent Reichert ein spezielles Verfahren entwickelt und an der A 40 zwischen Bochum und Dortmund ausprobiert.

Die Studienpreise würdigen Abschlussarbeiten, die sich durch „hervorragende methodische oder technische Fähigkeiten hervortun und dank hohen Praxisbezugs einen innovativen Beitrag für die Region leisten“, so die Ausrichter der Preisfeier. Weitere Studienpreise gingen an Katrin Tietz (22) aus Essen (Studiengang Molekulare Biologie) sowie an Louis Mersmann (22) aus Ascheberg (Wirtschaftsrecht). Mit dem Sonderpreis der „Gesellschaft Deutscher Chemiker“ wurde Cagdas Ozan Kockar (32, Mülheim) geehrt.

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