Klinikum Dortmund

Löwenherz-Verein hat genug Spenden für zweite Operation bei kleinem Mädchen aus Kabul

Die sechsjährige Roqaya aus Kabul ist im Klinikum Dortmund an der Hüfte operiert worden. Ein Spendenaufruf des Vereins "Löwenherz" hat eine große Welle der Solidarität ausgelöst.

Der Anfang September im Dortmunder Klinikum an der Hüfte operierten Roqaya aus der afghanischen Hauptstadt Kabul geht es richtig gut. Nach der über fünf Stunden dauernden Operation muss sie zwar weiter auf einer Station der Kinderchirurgie liegen, aber es gibt viele gute Nachrichten:

"Das alles ist eine bemerkenswerte und nicht selbstverständliche Resonanz. Ich freue mich sehr darüber", sagte Markus Dewender. Sein in Bochum angemeldeter Verein "Kinder brauchen uns" hatte Roqaya und neun weitere Kinder aus Afghanistan für komplizierte Operationen nach Deutschland transportiert. Der Verein finanziert die humanitäre Hilfe über Spenden.

In Dortmund setzte sich auch der Verein "Löwenherz" für Roqaya ein und konnte mit Geld vom Spendenkonto die ohnehin schon reduzierten Operationskosten in Höhe von 13.500 Euro übernehmen. Dr. Katrin Rosery und Dr. André Zahedi rekonstruierten mit Knochenmaterial des Mädchens, acht Schrauben und einer Platte ein Hüftgelenk, sodass Roqaya bald wieder laufen und eine Schule besuchen kann.

Derzeit stabilisiert ein Liegegips die Hüfte. Gut versorgt wird die Sechsjährige nicht nur medizinisch. Roqaya wird betreut, kann spielen, Filme sehen und Kontakt zu ihrem Vater aufnehmen. Ihr Mutter ist vor einem Jahr an Brustkrebs gestorben.

Im November zur Gastfamilie nach Hörde

Läuft alles weiter nach Plan, kann sie spätestens im November 2018 das Klinikum verlassen und vorübergehend zu ihrer Gastfamilie nach Hörde ziehen. Dann beginnt die mehrere Wochen dauernde Rehabilitation. Markus Dewender rechnet mit einem Rückflug spätestens im März 2019, denn am 20. März beginnt in Afghanistan nach der langen Winterpause wieder die Schule.

Ein Arzt in Kabul überwacht die Heilung und schickt Röntgenaufnahmen nach Dortmund. Dr. Katrin Rosery und Dr. André Zahedi können anhand dieser Bilder entscheiden, wann sie die Schrauben und die Platte aus Roqayas Hüfte entfernen. Diese zweite Operation ist weniger aufwendig. Sie wird voraussichtlich Ende 2019 vorgenommen.

Verein betreut Familie in Kabul

Der Verein "Kinder brauchen uns" betreut auch Roqayas Familie in Kabul. Ohne die humanitäre Hilfe aus Dortmund wäre die Rückkehr des Mädchens in ein normales nicht oder nur schwer möglich gewesen. Der Verein "Löwenherz" setzt sich für Kinder und Jugendliche ein, für die Krankenkassen keine Kosten übernehmen. Über die Hilfe für Roqaya hatten die Ruhr Nachrichten und der Westdeutsche Rundfunk berichtet. 6500 Euro - "mit so einer Resonanz haben wir nicht gerechnet", sagten Klaus Bullmann und Heinz-Jürgen Neumann vom Löwenherz-Vorstand. Die kleinste Spende lag bei 5 Euro, die höchste bei 1000 Euro. Unter den Spendern waren überwiegend neue Namen, die noch nie für Löwenherz gespendet hatten.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Axt-Angreifer gesteht brutale Tat, Firma bringt 100 neue Jobs ins Vest, Doppel-Unfall in Marl
Axt-Angreifer gesteht brutale Tat, Firma bringt 100 neue Jobs ins Vest, Doppel-Unfall in Marl
100 neue Jobs in Datteln: Dieses Unternehmen siedelt sich im Gewerbegebiet "Zum Schleusenpark" an
100 neue Jobs in Datteln: Dieses Unternehmen siedelt sich im Gewerbegebiet "Zum Schleusenpark" an
Noch ein Unfall: Auch an der Kreuzung Hervester Straße / Schillerstraße hat es gekracht
Noch ein Unfall: Auch an der Kreuzung Hervester Straße / Schillerstraße hat es gekracht
Sorge um Boa Constrictor aus Datteln: Gefundene Würgeschlange in "keinem guten Zustand"
Sorge um Boa Constrictor aus Datteln: Gefundene Würgeschlange in "keinem guten Zustand"
Fahndung nach Diebstahl in Bottrop: Wenn Sie diese Frauen sehen, rufen Sie sofort die Polizei!
Fahndung nach Diebstahl in Bottrop: Wenn Sie diese Frauen sehen, rufen Sie sofort die Polizei!

Kommentare