Kneipe in der Bornstraße

Nach Massenschlägerei: Angreifer bedroht Polizistin mit Pistole

Dortmund - Nach einer Schlägerei vor einer Nordstadt-Kneipe in der Neujahrs-Nacht hat ein Randalierer eine Polizistin mit einer Schusswaffe bedroht. Die Polizei setzte ebenfalls Waffen ein.

Mit Glasflaschen schlugen in der Neujahrs-Nacht vor einer Kneipe auf der Bornstraße in der Nordstadt 15 Personen aufeinander ein. Ein Passant informierte gegen 0.55 Uhr ein Streifenteam über die Massenschlägerei. Den beiden Polizisten gelang es zunächst, die 15 Kontrahenten zu trennen. Dann kippte die Lage.

Drei Dortmunder - 18, 21 und 23 Jahre alt - agierten weiter aggressiv, obwohl das Streifenteam bereits Unterstützung erhalten hatte. Die Männer griffen weiter ihre Gegner an. Dann seien die Polizisten zum "Feindbild" erklärt worden. Das berichtete die Polizei am Montag (1.1.). Der 21-Jährige unter den drei Angreifern habe eine Polizistin mit einer Pistole bedroht - mit einer Schreckschusspistole, wie sich später herausstellte. Schreckschusspistolen können ebenfalls gefährliche Verletzungen verursachen.

Als Schreckschusspistole nicht erkennbar

Die Polizisten klärten die Lage mit Pfefferspray und Schlagstöcken. Für den 21-Jährige hätte die Bedrohung mit der Pistole nach hinten losgehen können: Polizisten sind ermächtigt, die Dienstwaffe einzusetzen, wenn sie mit Messern, Pistolen oder anderen Waffen bedroht werden. Sie trainieren solche Einsätze und müssen im Ernstfall blitzschnell entscheiden können, ob sie zur Waffe greifen, ihr eigenes Leben schützen und ein anderes gefährden. Schreckschusspistolen sind in einer hektischen Situation bei Dunkelheit nicht von einer gefährlicheren Schusswaffe zu unterscheiden

Im Fall Bornstraße konnten die Polizisten den 21-Jährigen besonnen vor den Folgen seines eigenen Verhaltens schützen und mit weniger gefährlichen Waffen (Schlagstock, Pfefferspray) überwältigen. Der Einsatz der Dienstwaffe muss rechtmäßig sein. Hätten die Polizisten einen Schuss abgegeben und den 21-Jährigen verletzt oder getötet, hätte die Justiz diesen Schusswaffeneinsatz Sekunde für Sekunde analysiert, um die Rechtmäßigkeit der Schussabgabe ermitteln zu können.

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