Kölner Band Xul Zolar im Interview

Indieband bringt sphärische Klänge ins Oma Doris

DORTMUND - Im Januar haben die Jungs der Indieband Xul Zolar ihr erstes Album "Fear Talk" veröffentlicht. Damit kommen die Kölner jetzt ins Oma Doris nach Dortmund. Was die Zuschauer bei dem Konzert am Valentinstag erwartet und wie es sich anfühlt, auf einmal im Mittelpunkt zu stehen, erzählt Frontmann Ronald Röttel im Interview.

Ein bisschen Indie, ein bisschen Pop, ein bisschen Electronica und jede Menge Gefühl - all das vereint die junge Kölner Band Xul Zolar zu einer, wie Sänger und Frontman Ronald Röttel sagt, "sphärisch-perkussiven" Musik. Die Jungs haben im Januar ihr Debütalbum veröffentlicht und am 3. Februar ihr erstes Konzert der Tour zu "Fear Talk" in Köln gegeben. Ihr zweiter Halt: das Oma Doris in Dortmund. Was ihre Musik ausmacht, woher der Bandname kommt und warum aus dem Trio ein Quartett wurde erzählt Ronald Röttel im Interview:

"Fear Talk" ist Ihr erstes Album. Haben Sie nach der Veröffentlichung im Januar stündlich nach Rezensionen und Reaktionen gegoogelt?

Ja, das habe ich (lacht). Da kommt man tatsächlich nicht drumherum als Kind des Internets.

Und was haben Sie gefunden?

Es hat wohl erstaunlich gut geklappt. Wir hatten eigentlich keine Erwartungen, weil wir keine haben wollten. Aber die Leute finden es gut. Spannend war auch, dass es zum ersten Mal ganz kleine Kritikpunkte an einzelnen Songs gab. Das gab es bis dato gar nicht, weil die Songs nicht so im Detail besprochen wurden wie jetzt.

Wie kam das Album denn bei der Release Show live in Köln an?

Wahnsinnig gut, also überraschend gut. Das Konzert war ja ausverkauft, damit hatten wir nicht gerechnet. Wir haben drei bis vier Wochen geprobt und man steckt extrem viel Arbeit, auch Detailarbeit, da rein. Gerade wenn man so technikorientierte Musik macht wie wir, muss man sehr viel basteln. Wenn dann der Moment kommt, wo man das zeigt, ist man einfach erstmal extrem zufrieden.

Sie haben anfangs auch viel als Vorband für andere Bands gespielt - was ist das für ein Gefühl jetzt der Hauptact des Abends zu sein?

Der erste Unterschied ist, dass man sehr viel länger spielt. Es hat Spaß gemacht über eine Stunde so seine Lieder einzubringen. Der zweite Unterschied ist natürlich, dass die Leute nur wegen einem da sind. Man kommt auf die Bühne und hat sofort eine Reaktion vom Publikum. Anstatt, dass man sich diese erst mal in den ersten zehn Minuten des Konzerts erspielen muss.

Das Album folgt sieben Jahre nach der Bandgründung. Warum nicht schon früher?

Ich glaube, wir haben die Zeit einfach gebraucht. Aus verschiedenen Gründen. Wir haben viel an unserem Sound gearbeitet. Als wir angefangen haben, haben wir alle ganz andere Musik gemacht und wir mussten da erst reinwachsen.

Wir haben ja vorher schon die EP (Extended Play, Mini-Album, Anm. d. Redaktion) rausgebracht. Das war der erste Schritt, die hat schon sehr lange gedauert. Wir haben versucht, super viele verschiedene Sounds zu benutzen. Aber dann haben wir gemerkt, dass wir daran noch etwas ändern wollten. Bei dem Album ging es uns jetzt darum, wieder richtige Bandmusik zu machen.

Sie arbeiten viel mit Synthesizern. Was gefällt Ihnen an diesem Baustein der elektronischen Musik so gut?

Einfach der Aspekt des Sounds. Ich finde es extrem spannend, mit Klängen zu experimentieren. Wir suchen immer wieder nach Klängen, die wir noch nicht gehört haben. Das macht es aus.

Welche Emotionen wollen Sie mit diesen Klängen hervorrufen?

Ich glaube, das bestimmt immer so einen Kontrast. Ich habe noch nie Musik gemocht, die in eine Richtung geht. Wir haben zwei Richtungen, zwei starke Elemente: ein perkussives und treibendes Schlagzeug und Synthesizer, die genau das Gegenteil hervorrufen. Langsamkeit, Sphäre, Melancholie. Sphärisch-Perkussiv also. Auf der Ebene des Klanges hat es so etwas Unterkühltes, ist aber gleichzeitig vom Songwriting sehr emotional.

2011 haben Sie die Band mit Marin Geier gegründet. Haben Sie sich einfach gesagt: So jetzt spielen wir mal zusammen?

Wir haben einfach angefangen, bei uns zuhause Musik zu machen. Und dann kam irgendwann Tim Gorinski dazu. Es ist nicht aus so einem Appell heraus entstanden. Wir haben zufälligerweise angefangen, Musik zu machen.

Xul Zolar - der Bandname ist der Name eines argentinischen Malers aus dem 20. Jahrhundert. Was verbindet Sie mit diesem Künstler?

Tatsächlich sind wir gar nicht über den Künstler auf den Bandnamen gekommen. Als Marin und ich angefangen haben, zusammen Musik zu machen, haben wir zufällig Ficciones von Jorge Luis Borges gelesen. Er nimmt gerne reale Personen mit als Figuren in seine Geschichten und durch eine der Figuren sind wir auf diesen Namen gekommen.

Erst waren Sie bei Xul Zolar zu dritt. Jetzt sind Sie zu viert. Was steckt hinter dem Personalwechsel?

Das hat etwas damit zu tun, wie wir das Konzept von Xul Zolar ändern wollten. Wir wollten stärker vom Elektronischen wegkommen und wieder gezielt einzelne Instrumente hervorkommen lassen. Musik, die einen Bass hat, ein Schlagzeug, eine Gitarre. Wir wollten den eigentlichen Bandinstrumenten mehr Raum geben. Und das ging nur mit einem Quartett.

Wenn Sie am Mittwoch im Ima Doris spielen, ist Valentinstag. Wird es auch kitschig und romantisch?

Also bei mir passt das ganz gut. Meine Freundin wohnt in Dortmund und sie kommt auch zu dem Konzert. Vielleicht wird es dann auch etwas romantisch.

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