Kommentar

Favre gefordert! BVB offenbart bei 96 viele Schwächen

Hannover/Dortmund - Unterm Strich steht für den BVB ein gerechtes 0:0 in Hannover - und das Glas war nach dem Spiel aus Dortmunder Sicht eher halbleer als halbvoll. Tobias Jöhren kommentiert.

Die Mängel überschatteten die durchaus positive Erkenntnis, dass der BVB defensiv wenig bis nichts Zwingendes zuließ. Im eigenen Spiel nach vorne aber, und das stellte niemanden im schwarzgelben Lager zufrieden, offenbarte das Team von Lucien Favre zu viele Schwächen.

Abteilung Attacke ist gefordert

Es fehlte an Tempo, es fehlte an Kreativität, es fehlte an Torgefahr. Ein kurzes Flackern vor der Pause, als Marco Reus mit einer Doppelchance dem Spiel eine andere Note hätte geben können, ein abgefälschter Kopfball von Maximilian Philipp nach einer Standardsituation in Hälfte zwei: Es hätte gerne ein bisschen mehr sein dürfen in der Abteilung Attacke.

"Wir müssen mehr Ballbesitz haben", monierte Favre ob der Vorstellung seiner Mannschaft. 54 Prozent Ballbesitz für Hannover zählte die Statistik, 46 Prozent für Dortmund - man wollte und konnte dem Schweizer nicht widersprechen. Sein Team sei weder gut in der Balleroberung noch im eigenen Positionsspiel gewesen, das sei auch eine Frage der Bewegung. Insbesondere die erste halbe Stunde stimmte den BVB-Trainer nachdenklich. Dramatisch besser wurde es auch danach nicht. Und so sagte Favre mal wieder das, was er eigentlich ständig sagt, seitdem er beim BVB auf der Kommandobrücke steht. "Es gibt viel zu tun."

Alcacer schnellstmöglich integrieren

Das gibt es tatsächlich. Auf, aber auch neben dem Platz. Es gilt, den neuen Angreifer Paco Alcacer schnellstmöglich zu integrieren. Ein Stürmer hätte dem BVB-Auftritt in Hannover gutgetan. Das war unübersehbar. Und es gilt, die Spieler, die derzeit auf ihre Chance warten müssen, um es mal so zu formulieren, bei Laune zu halten.

In Hannover wechselte Favre trotz der durchwachsenen Leistung nur zweimal. Jadon Sancho (79.) kam spät für Philipp, Raphael Guerreiro (86.) kam noch später für Mahmoud Dahoud. Mario Götze, von Hause aus kreativer Offensivspieler, fand sich erneut über 90 Minuten in der Zuschauer-Rolle wieder - und sah wie alle anderen Zuschauer auch, dass der BVB trotz zweier Aluminiumtreffer kein verdienter Sieger gewesen wäre.

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