Konzert in der Westfalenhalle

Andrea Berg geht mit Fans auf Tuchfühlung

DORTMUND - Der Untertitel des Konzerts von Andrea Berg in der ausverkauften Westfalenhalle 3a ist Programm: "Das Hautnah-Konzert 2017". So nah wie am Samstag kommen Fans ihrem Idol selten. Für Berg ging eine "sehr intensive Tour" in Dortmund zu Ende.

2500 Zuschauer erleben am vergangenen Samstag einen Abend voller Gefühle, singen nach drei Stunden "Oh, wie ist das schön". Sie feiern Andrea Berg mit langen stehenden Ovationen; die wiederum bezeichnet ihr Publikum als "das weltbeste". All das in einer Halle, die für die mit mehr als 13 Millionen verkauften Tonträgern erfolgreichste deutsche Sängerin nicht angemessen zu sein scheint. Die gebürtige Krefelderin füllt sonst große Arenen wie die Westfalenhalle 1. Auch Fußballstadien.

Dass sie in (fast) intimem Rahmen auftritt, ist dem Jubiläum geschuldet. Da will sie den Fans nahe sein. Ihnen etwas Besonderes bieten. So sucht die 51-Jährige Körperkontakt. Und bekommt ihn. Zur Freude der Fans geht sie durch die Reihen, klatscht viele Hände ab und tanzt sogar auf Stühlen. Seit 1992 steht die Aspacherin für große Gefühle, Liebe und Leidenschaft. Diesen Dreiklang bietet sie auch in Dortmund. Mit im Gepäck die Songs, die 30.000 Fans per Voting zu den besten gekürt haben. So ist das Konzert auch ein Werk der anwesenden Unterstützer. Letztere treten in Fanclub-Stärke auf, singen alle Titel mit, klatschen, tanzen vor der Bühne und in den Gängen.

Textsicher ist auch die sechsjährige Sophia. Sie darf auf die Bühne. Dort streift ihr Andrea Berg das Peter-Pan-Kostüm über, setzt ihr den Piratenhut auf und rockt ab. Sophia singt auf ihrem großen weißen Stuhl mit. "Ich habe drei CDs von dir", sagt der junge Gast keck, "ich kenne fast alle deine Lieder."

Andrea Berg in den Westfalenhallen: Alte Hits in neuen Gewändern

Darunter Hits wie "Du hast mich tausendmal belogen" und "Schweigepflicht", rockige Stücke wie "Da wo ein Engel die Erde berührt" und Balladen wie "Sag mir doch". Meist so, wie man sie noch nicht gehört hat. "Alte Hits in neuen Gewändern", nennt Andrea Berg die mit dem musikalischen Leiter Frank Buohler neu arrangierten Songs. Wie beispielsweise "Ich liebe das Leben" als Akustik- und "Der letzte Tag im Paradies" als Flamenco-Version.

So bietet das exklusive Konzert viel Ausgefallenes, und: "Andrea Berg ganz hautnah, das passt", meint Zuschauerin Annette Döscher. Ein Star zum Anfassen und Genießen.

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