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Gisela Kreutz, Leiterin des Julie-Kolb-Seniorenzentrums in Marl, und Michael Groß, Sprecher für die Awo im Bundestag, werben für die Postkarten-Aktion.

Kosten steigen

Immer mehr können sich ein Pflegeheim nicht leisten

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REGION - Wenn am 24. Juni im Petitionsausschuss des Bundestages über die Frage diskutiert wird, in welchem Ausmaß Pflegebedürftige und Angehörige bei der Unterbringung in einem Seniorenzentrum finanziell belastet werden dürfen, haben auch zahlreiche Menschen aus dem Kreis Recklinghausen zum Zustandekommen dieses Termins beigetragen.

Sie haben sich an einer von der Arbeiterwohlfahrt (Awo) initiierten Petition beteiligt, bei der 74.000 Unterschriften gesammelt worden sind. In einem weiteren Schritt ruft die Awo nun zur Teilnahme an einer Postkarten-Aktion auf.

Das Ziel der Initiative ist es, den Eigenanteil, den Altenheim-Bewohner und Angehörige zu stemmen haben, zu begrenzen. „Immer mehr Menschen können sich das nicht mehr leisten“, betont Gisela Kreutz, Leiterin des Julie-Kolb-Seniorenzentrums in Marl. Der Bund werde deshalb mit der Kampagne aufgefordert, ein entsprechendes Gesetz zu erlassen. Die Awo meint, dass sie in dieser Frage vor allem bei Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Widerstand stößt.

"Enorme Belastung für kommunale Haushalte"

Im Bundesdurchschnitt müssen nach Awo-Angaben jeden Monat 1750 Euro aus eigener Tasche für einen Pflegeplatz im Seniorenzentrum bezahlt werden. Das ist deutlich mehr als ein durchschnittlicher Rentner an Netto-Einkommen erzielt (1230 Euro in den alten Bundesländern). Deshalb müssen häufig Angehörige oder die Sozialämter die finanzielle Lücke schließen. „Das ist eine enorme Belastung für die kommunalen Haushalte“, meint der Marler SPD-Politiker Michael Groß, der Sprecher für die Awo im Bundestag ist.

Die Awo fordert einen gesetzlich definierten Höchstbetrag für die Eigenanteile. Steigende Kosten müssten dann aus Mitteln der Pflegeversicherung getragen werden, was – das ist die andere Seite der Medaille – allerdings die Beiträge in die Höhe treiben würde.

Der Awo-Bezirksverband Westliches Westfalen beteiligt sich mit seinen 59 Seniorenzentren an der Postkartenaktion. In den Einrichtungen können sich Interessierte eine Karte abholen und diese unterschrieben an den Awo-Bundesverband in Berlin schicken. „Bei uns haben sich schon viele Angehörige und Mitarbeiter an der Kampagne beteiligt“, stellt Heimleiterin Gisela Kreutz fest.

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