Bundesweite Razzia gegen Kinderpornografie
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Polizei und Staatsanwaltschaft sind mit einer bundesweiten Razzia gegen 65 Verdächtige vorgegangen, die kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet haben sollen. Foto: Silas Stein/dpa

SEK im Einsatz

Bundesweite Razzia gegen Kinderpornografie: Durchsuchungen auch in Haltern und Schermbeck

Ein Schlag gegen die Kinderpornografie gelang der Polizei bei einer groß angelegten bundesweiten Razzia. Fast 3.000 Datenträger wurden dabei am Dienstag sichergestellt. Die Durchsuchungen fanden unter anderem in Haltern, Schermbeck und Oberhausen statt.

Update, 28.1., 14:30 Uhr: Erneut hat es in mehreren Bundesländern eine konzertierte Aktion wegen Kinderpornografie gegeben. Wie die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Donnerstag berichtete, wurden Wohn- und Geschäftsräume von zehn Verdächtigen in fünf Ländern durchsucht, darunter auch wieder in Nordrhein-Westfalen. Erst am Dienstag hatte es eine bundesweite Razzia bei 66 Beschuldigten wegen Kinderpornografie gegeben. Die beiden Verfahren haben nach Angaben der Ermittler aber nichts miteinander zu tun. Auch bei der erneuten Durchsuchungsaktion sei am Mittwoch «umfangreiches Beweismaterial» sichergestellt worden, insbesondere Computer, Smartphones und Datenträger. Bei den Verdächtigen handelt es sich um zehn Männer im Alter von 33 bis 71 Jahren. Die Ermittler vermuten, dass sie zwischen 2017 und 2020 in Internetforen und über andere Kommunikationsgruppen die pornografischen Bilder mit Kindern ausgetauscht haben.

Die sichergestellten Datenträger haben ein Speichervolumen von über 40 Terabyte. Darunter seien auch mehr als 170 Mobiltelefone, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Köln mit. Die Polizei hatte am Dienstag mit mehr als tausend Beamten 75 Objekte in zehn Bundesländern durchsucht. Die Aktion richtete sich gegen 66 Tatverdächtige, die kinderpornografische Inhalte besessen und verbreitet haben sollen.

Acht Diensthunde spürten versteckte Datenspeicher auf

An zahlreichen Wohnungen waren auch Spezialeinheiten im Einsatz. Acht Diensthunde spürten versteckte Datenspeicher auf. «Einige der Beschuldigten lassen sich zu den Tatvorwürfen ein», teilte die Polizei in Köln mit.

Die meisten Durchsuchungen gab es mit 21 Objekten in Nordrhein-Westfalen. In Bayern kam die Polizei zu 15 Wohnanschriften, in Niedersachsen waren es 13, in Baden-Württemberg 8, in Rheinland-Pfalz 7, in Hessen 5, in Sachsen 3. In Schleswig-Holstein, Brandenburg und Berlin wurde jeweils ein Objekt durchsucht.

Es war bereits der zweite bundesweite Großeinsatz der Ermittlungsgruppe «Berg» der Kölner Polizei im Fall Bergisch Gladbach. Die Verfahren ergaben sich aus den seit 15 Monaten dauernden Ermittlungen rund um den Kindesmissbrauchskomplex Bergisch Gladbach. Im Haus eines Mannes aus Bergisch Gladbach waren Unmengen kinderpornografischer Daten gefunden und Hunderte weitere Verdächtige ermittelt worden. Im vergangenen September wurden in zwölf Bundesländern 60 Anschriften von rund 50 Beschuldigten von rund 1000 Einsatzkräften durchsucht.

Ulrike Hofsähs, dpa

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