Coronakrise-Krise

Kreis Recklinghausen: Kammer warnt vor einer Pleitewelle im Handwerk

  • Randolf Leyk
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Die Auswirkungen des Coronavirus treffen das Handwerk wieder härter.

„Weniger Kundenaufträge und Umsatzrückgänge mit daraus folgenden Liquiditätsengpässen und Kurzarbeit machen einer steigenden Zahl von Betrieben schwer zu schaffen“, betont Hans Hund, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Münster. Die Folgen des Lockdowns seien alarmierend. Dabei setzten ausbleibende oder unzureichende finanzielle Hilfen immer mehr Unternehmen unter Druck.

Blitzumfrage zeigt Probleme im Handwerk auf

Nach einer Blitzumfrage der HWK, an der sich 661 Handwerksbetriebe aus dem Münsterland und der Emscher-Lippe-Region beteiligten, sieht sich jeder vierte Betrieb durch Förderlücken fallen. „Das Handwerk steht hinter dem Hygiene- und Infektionsschutz gegen das Virus. Aber viele Gewerke geraten durch den Lockdown unschuldig in so arge Bedrängnis, dass eine Pleitewelle droht“, warnt Hund. Die HWK fordert einen „klar nachvollziehbaren und epidemiologisch vertretbaren Öffnungsplan“.

Liquiditätsengpässe und Kreditbedarf machen Sorgen

Der „Corona-Effekt-Index“ der HWK nahm gegenüber Januar um deutliche 6,8 Punkte zu. Er lag am 7. Februar bei 27,4 Prozentpunkten. Höher war er nur im April 2020, dem Höhepunkt des ersten Lockdowns. Der Index erfasst die starke bis sehr starke Beeinträchtigung des Handwerks durch das Virus bei Kundenaufträgen, Lieferfähigkeit, Preisen, Umsatz, Personalbestand, Liquiditätsengpässen, Kreditbedarf, Kurzarbeit und Personalabbau. Gerade für personenbezogene Dienstleister wie Kosmetiker und Fotografen werde es schwieriger, die Beeinträchtigungen aufzufangen, so Hund.

Mindestlohn am Bau steigt

Gute Nachrichten für den Bau: Der Branchenmindestlohn für das Bauhauptgewerbe steigt wieder an, und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2021. Dies teilte die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) Anfang Februar mit.

Je nach Tätigkeit kommt es bei Schutzhandschuhen nicht nur auf eine möglichst hohe Robustheit an. Auch andere Eigenschaften sind wichtig. Foto: Inga Kjer/dpa-tmn

Mit Sorgen blicken auch Auszubildende auf die Corona-Zeit: Viele Azubis lernen in der Corona-Krise im Ausnahmezustand. Befürchtet wird eine verlorene Generation - wenn Betriebe und Politik nichts tun. 

Rubriklistenbild: © Inga Kjer

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