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Callcenterbetrug: "So rotzfrech sind die Betrüger" (Symbolbild).

Tipps für den Alltag

Falsche Polizisten, Enkeltrick, Corona-Angst: Das sind die miesen Maschen der Betrüger

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Sie geben sich als falsche Polizisten an Tür und Telefon aus, nutzen die Angst der Bürger vor dem Coronavirus schamlos aus und wollen am Ende nur eins: Bargeld. Das sind die neuesten Tricks der Gauner im Kreis Recklinghausen und der Region.

  • Die Polizeiwachen im Ruhrgebiet warnen aktuell vor mehreren Arten von Trickbetrug.
  • Dabei gehen die Täter unterschiedlich vor - sie haben es auf Geld oder Schmuck abgesehen.
  • Auch online verzeichnen die Polizeidienststellen zurzeit verdächtige Aktivitäten.

Betrugsversuche an der Haustür

Vor Betrügern an der Haustür wird immer wieder gewarnt. Zuletzt war unter anderem in Herne ein Täter unterwegs, der sich als Mitarbeiter der Stadtwerke ausgab, um sich Zutritt zu Wohnungen zu verschaffen. Die Opfer sind häufig allein stehende Senioren. 

In der aktuellen Lage nutzen neben falschen Enkeln und falschen Polizeibeamten auch andere Haustürbetrüger die Notlage der Seniorinnen und Senioren aus. Die Polizei Gelsenkirchen empfiehlt: "Nehmen sie organisierte Hilfe oder die Unterstützung nur von vertrauten Personen in Anspruch! Legen Sie auch in der aktuellen Lage ein gesundes Misstrauen an den Tag! Nehmen Sie am besten über eine Institution, wie die Kirche, die Gemeinde, das Deutsche Rote Kreuz oder andere etablierte Hilfsorganisationen organisierte und abgesprochene Hilfe in Anspruch und lassen Sie sich von der Organisation den Namen oder die Legitimation der Helfenden geben, die zu Ihnen kommen!"

Bargeld sollte zudem ausschließlich an Menschen, die man persönlich kennt und denen man vertraut, übergeben werden. "Schauen Sie erst durch den Türspion oder durch ein Fenster, wenn es bei Ihnen klingelt, bzw. öffnen Sie die Tür nur bei vorgelegtem Sperrriegel", so die Polizei weiter. Einkäufe und Besorgungen sollte man vor der Haustür entgegennehmen - das schützt auch vor einer Verbreitung des Coronavirus. Verdächtige Vorfälle können unter Notruf 110 gemeldet werden.

Betrugsversuche per Telefon

Aber nicht nur direkt an der Haustür versuchen es die Gauner: Aktuell werden in Bochum, Herne und Witten wieder vermehrt Anrufe von Trickbetrügern gemeldet. Die Täter geben sich als Polizisten aus und versuchen, mit absurden Geschichten an das Bargeld älterer Menschen zu kommen - bisher zum Glück erfolglos.

Das Vorgehen der Betrüger ist seit vielen Jahren ähnlich. Am Telefon meldet sich ein vermeintlicher Polizist, der eine absurde Geschichte auftischt. Das Ziel: das Geld der Betroffenen "in Sicherheit" zu bringen. In Wahrheit würde die Polizei niemals nach den Vermögensverhältnissen von Bürgerinnen und Bürgern fragen, geschweige denn ihr Bargeld abholen, betont die Polizei Bochum in einer Mitteilung.

Die Polizei rät: "Beenden Sie das Telefonat, wenn Sie den Anrufer nicht eindeutig zuordnen können und melden Sie verdächtige Beobachtungen dem Polizei-Notruf 110." Mit Rat und Tat zur Seite stehen älteren Menschen auch die Seniorensicherheitsberaterinnen und -berater der Polizei. 60 ehrenamtliche Berater sind in Bochum, Herne und Witten aktiv.

Betrüger nutzen die Angst vor dem Coronavirus aus

In Gelsenkirchen spielen Betrüger mit der Angst vor Corona: Die Betrüger geben sich bei dieser neuen Masche als Angehörige aus, die behaupten, sie hätten sich mit dem Virus infiziert und würden nun in einem Krankenhaus liegen. 

Angeblich benötigten sie aufgrund ihrer Erkrankung dringend Geld für die Behandlung bzw. teure Medikamente. Da sie selbst im Krankenhaus liegen würden, könnten sie nur einen Boten schicken, der das Geld oder auch die Wertsachen für sie abholt.

Die Gelsenkirchener Polizei warnt: "Wenn Sie angerufen werden, vergewissern Sie sich, ob der Anrufer wirklich ein Verwandter ist und fordern Sie den Anrufer grundsätzlich dazu auf, seinen Namen selbst zu nennen! Rufen Sie den vermeintlichen Verwandten über die Ihnen bekannte oder selbst herausgesuchte Rufnummer zurück! Seien Sie immer misstrauisch, wenn Sie jemand telefonisch um Geld bittet! Legen Sie einfach den Telefonhörer auf, sobald Ihr Gesprächspartner, z. B. oft ein angeblicher Enkel, Geld von Ihnen fordert!" 

Bürger sollten mit Eltern, Großeltern, Onkeln, Tanten und Nachbarn über die Methoden der Trickbetrüger sprechen. Auch hier gilt: Im Zweifel die 110 wählen.

Neue Betrugsversuche auch im Internet

In der aktuellen Corona-Pandemie nutzen Straftäter Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung aus, um sich skrupellos zu bereichern. Die Täter setzen dabei auch auf die Möglichkeiten des Internets.

Die Täter behaupten unter anderem, als Dienstleister im Online-Sektor, zum Beispiel Banken und Sparkassen, nur per Telefon oder E-Mail weiterhelfen zu können. Kundinnen und Kunden werden per E-Mail aufgefordert, ihre Daten abzugleichen, insbesondere Passwörter oder andere sensible Daten auf Web-Seiten einzugeben, die täuschend echt aussehen. "Tatsächlich werden die Daten auf eine betrügerische Seite eingegeben und die Täterinnen und Täter gelangen so in den Besitz aller nötigen Angaben, um diese dann für weitere Tathandlungen nutzen zu können", berichtet die Polizei Gelsenkirchen. 

Folgende Tipps gegen solche Phishing-Versuche gibt die Polizei:

  • Beachten Sie: Kreditkarteninstitute und Banken werden Sie niemals zur Eingabe persönlicher Daten im Internet auffordern - auch nicht, um der Sicherheit willen. Wenn Sie unsicher sind, halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit ihrer Bank.
  • Vergewissern Sie sich, mit wem Sie es zu tun haben. Überprüfen Sie die Adressleiste in Ihrem Browser. Bei geringsten Abweichungen sollten Sie stutzig werden. Tragen Sie ständig benötigte Internet-Adressen in die Favoritenliste Ihres Browsers ein.
  • Klicken Sie niemals auf den angegeben "Link" in der übersandten E-Mail. Versuchen Sie stattdessen, die in der Email angegebenen Seiten über die Startseite Ihrer Bank zu erreichen.
  • Übermitteln Sie grundsätzlich keine persönlichen oder vertraulichen Daten (bspw. Passwörter oder Transaktionsnummern) per E-Mail.
  • Folgen Sie Aufforderungen in E-Mails, Programme herunterzuladen, nur dann, wenn Sie die entsprechende Datei auch auf der Internet-Seite des Unternehmens finden (Starten Sie keinen Download über den direkten "Link"). Öffnen Sie insbesondere keine angehängten Dateien.
  • Achten Sie auf einen Grundschutz Ihrer Hard- und Software und nutzen Sie aktuelle Versionen von Antivirenprogramme und Firewalls.
  • Geben Sie persönliche Daten nur bei gewohntem Ablauf innerhalb der Online- Banking-Anwendung Ihres Kreditinstituts an. Sollte Ihnen etwas merkwürdig vorkommen, beenden Sie sofort die Verbindung und kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank.
  • Beenden Sie die Online-Sitzung bei Ihrer Bank immer, indem Sie sich abmelden. Schließen Sie nicht lediglich das Browserfenster und wechseln Sie vor Ihrer Abmeldung nicht auf eine andere Internetseite.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Kontostand sowie Ihre Kontobewegungen. So können Sie schnell reagieren, falls ungewollte Aktionen stattgefunden haben.
  • Nutzen Sie nur die Zugangssoftware Ihrer Bank.
  • Nutzen Sie Funktastaturen nur dann für das Online-Banking, wenn diese über eine eingebaute Verschlüsselung verfügen. Dies gilt auch für die Nutzung von Wireless-LAN (WLAN).

Warnung vor Fake-Shops im Internet

Das ist leider noch nicht alles: Auch mit unseriösen Angeboten wird im Netz versucht, das schnelle Geld zu machen. 

Durch die Schließung vieler Geschäfte gewinnt der Einkauf im Internet schnell an Attraktivität. Zudem ist der Bedarf an Hygieneartikeln und medizinischen Produkten zurzeit hoch. Dies nutzen Betrüger aus, indem sie Onlineshops namhafter Markenhersteller kopieren und ins Internet stellen oder aber eigene fantasievolle Online-Shops erfinden. 

Online-Betrüger haben Fake-Shops eröffnet.

Wie kann man Fakeshops erkennen?

  • Die Ware wird ungewöhnlich günstig angeboten. 
  • Die Ware ist immer verfügbar. 
  • Das Impressum ist unvollständig, fehlt oder die Inhalte sind nicht korrekt (Gegenkontrolle mittels Suchmaschinen, Kartendienste, Handelsregister.de) 
  • Wichtige Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB) fehlen oder sind fehlerhaft 
  • Der Domainname (www-Adresse) unterscheidet sich vom echten Hersteller. 
  • Die Ware ist in der Regel nur gegen Vorkasse erhältlich. 
  • Gütesiegel sind lediglich als Bild hineinkopiert und nicht zurück verfolgbar oder überprüfbar. Schützen Sie sich und verwenden Sie ausschließlich sichere Zahlungsmethoden!

Die Polizei Gelsenkirchen empfiehlt: "Wenn Sie Opfer eines solchen Betruges geworden sind, sollten Sie umgehend Ihre Bank auffordern, die erfolgte Zahlung rückgängig zu machen. Wenige Stunden nach einer Onlinebestellung ist dies meist noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten, wie dem Lastschriftverfahren, können Zahlungen bis zu acht Wochen nach Einzug rückgängig gemacht werden." In jedem Fall sollte auch Strafanzeige erstattet werden. Wegen der aktuellen Pandemie kann man dies auch online erledigen.

Auch die

Verbraucherzentrale

NRW registriert immer wieder neue Online-Betrugsversuche. Verdächtige E-Mails können an die E-Mail-Adresse phishing@verbraucherzentrale.nrw weitergeleitet werden. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wertet die eingehenden E-Mails aus. 

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