Agentur für Arbeit
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Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist trotz neuer Corona-Beschränkungen im November gesunken. Foto: Sina Schuldt/dpa

Erwerbslosenzahlen

Kreis Recklinghausen: Trotz Coronamaßnahmen weniger Arbeitslose im November, aber deutlich mehr als 2019

  • Randolf Leyk
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Der Trend im Kreis Recklinghausen gleicht dem bundesweiten. Die neuen Corona-Regelungen sind bisher ohne negativen Effekt für den Arbeitsmarkt. Die Arbeitslosenquote im Kreis liegt „nur“ noch bei 8,9 Prozent. Es gibt aber deutlich mehr Erwerbslose als noch vor einem Jahr.

Im November zählte der Agenturbezirk Recklinghausen 28.898 arbeitslose Menschen und damit 470 weniger als im Oktober (-1,6 Prozent), jedoch 3.856 mehr als im November vor einem Jahr (+15,4 Prozent). Die Arbeitslosenquote sank um 0,1 Prozentpunkte auf 8,9 Prozent. Vor einem Jahr betrug sie noch 7,6 Prozent.

„Die Regelungen im Zuge des „Lockdown light“ haben im November erfreulicherweise nicht zu negativen Auswirkungen auf die Situation der Arbeitslosigkeit im Vest geführt, stattdessen hat sich der im September eingesetzte Rückgang auch in den vergangenen vier Wochen fortgesetzt und für die acht vor dem Komma gesorgt“, bilanziert Agenturgeschäftsführer Dirk Hellmann die aktuellen Entwicklungen.

Ungeachtet von Alter, Herkunft oder Vorliegen einer Behinderung hätten laut Hellmann viele Personengruppen von Beschäftigungsmöglichkeiten profitieren können. Er geht davon aus, dass sich dieser Trend bis zum Jahresende fortsetzen wird, sofern kein plötzlicher Wintereinbruch eintritt. Der Arbeitsmarktexperte baut jedoch zu euphorischen Aussichten vor: „Wir stellen bereits jetzt fest, dass Arbeitgeber wieder weniger Stellen melden, was aber auch in pandemiefreien Zeiten zum Jahresende immer der Fall ist. Es wird also in den ersten Monaten des kommenden Jahres voraussichtlich zu einem saisontypischen Anstieg an Arbeitslosen kommen. Für den weiteren Verlauf werden verschiedene Komponenten entscheidend sein, darunter die Entwicklung im Bereich der Kurzarbeit und vor allem der Zeitpunkt der Wiederöffnung von Freizeit- und Kulturstätten, Restaurants und Hotels.“

Unterbeschäftigung sinkt im Kreis Recklinghausen

Personen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnehmen oder sich in einer kurzfristigen Arbeitsunfähigkeit befinden, zählen in der Regel als unterbeschäftigt. Im aktuellen Berichtsmonat wurden insgesamt 35.958 Unterbeschäftigte im Kreis gezählt – das sind 425 Personen (-1,2 Prozent) weniger als im Monat zuvor. Im November 2019 waren es 1.724 Personen (-5,0 Prozent) weniger. Die Unterbeschäftigungsquote beträgt 10,8 Prozent. Im Oktober waren es noch 10,9 und vor einem Jahr 10,3 Prozent. Kurzarbeiter sind nicht in der Unterbeschäftigung enthalten.

Kurzarbeit verzeichnet wieder leichten Anstieg

Bislang sind seit Anfang März insgesamt 5.360 Anzeigen auf Kurzarbeit für 50.016 Beschäftigte eingegangen. Mittlerweile liegen außerdem endgültige Zahlen für die tatsächlich in Anspruch genommene Kurzarbeit im April und Mai vor. Danach wurde Kurzarbeitergeld im April an 20.279 Beschäftigte von 3.338 Betrieben und im Mai an 19.200 Beschäftigte von 2.712 Betrieben ausgezahlt. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2009, also während der Wirtschafts- und Finanzkrise mit dem Höhepunkt der Nutzung von Kurzarbeitergeld im Mai 2009, zeigten knapp 680 Betriebe für fast 9.100 Menschen im Kreis Recklinghausen Kurzarbeit an.

Die Agentur für Arbeit Recklinghausen betreute zum Stichtag 7.792 Arbeitslose nach dem Sozialgesetzbuch Drittes Buch (SGB III). Das waren 156 oder 2,0 Prozent Menschen weniger als im Oktober, jedoch 2.059 (+35,9 Prozent) mehr als im November 2019. In den Zuständigkeitsbereich des Jobcenters Kreis Recklinghausen (SGB II) fielen im vergangenen Monat 21.106 arbeitslose Menschen und damit 314 weniger als im Oktober (-1,5 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahresmonat waren es 1.797 Menschen (+9,3 Prozent) mehr.

Zugänge in Arbeitslosigkeit aus Erwerbstätigkeit steigen

4.374 Menschen haben sich erstmals oder erneut arbeitslos gemeldet, 198 (-4,3 Prozent) weniger als im Vormonat. Gegenüber dem Vorjahr waren es 658 (-13,1 Prozent) weniger. Der Anteil an Zugängen aus Erwerbstätigkeit stieg dabei jedoch um 6,0 Prozent (+86) auf 1.508. Die Zugänge aus Ausbildung und Maßnahmen zeigten sich mit 1.094 um 8,7 Prozent (-104) hingegen rückläufig gegenüber dem vergangenen Monat.

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