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Spektakulärer Höhepunkt des RS 1 in Mühlheim an der Ruhr: Der Radschnellweg führt – so die Planung – an der Innenstadt vorbei über das Stadtviadukt bis zur Brücke über die Ruhr.

Im Kreis Recklinghausen

Zwei Trassen für den Radschnellweg Ruhr werden geprüft

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KREIS RE - Der Weg ist noch lang zum Radschnellweg Ruhr (RS 1) – und das gleich in doppelter Hinsicht: Zehn von den geplanten 101 Kilometern sind erst fertiggestellt. Und die möglichen (Rad-) Wege vom Kreis Recklinghausen zum südlich gelegenen Schnellweg zwischen Hamm und Duisburg sind nicht minder schwierig.

Eine mögliche Zufahrt für Radfahrer aus dem Kreis wird als „Radschnellweg Mittleres Ruhrgebiet“ zwischen Gladbeck und Essen zumindest schon ernsthaft getestet. Der andere Weg soll über Herten, Recklinghausen nach Herne und schließlich nach Bochum führen. Aber hier liegt der Teufel im Detail. Die SPD-Kreistagsfraktion hatte die Kreisverwaltung beauftragt, diese Zufahrtsvariante zu prüfen. Anders als die Gladbeck-Essen-Trasse, die als Schnellweg bereits eine Machbarkeitsstudie erfahren hat, wird die Recklinghäuser Strecke lediglich als „Radpendlertrasse“ eingestuft. Radschnellwege werden vom Land und inzwischen auch vom Bund gefördert. Andere Radwege müssen von Kommunen bzw. dem Regionalverband Ruhr (RVR) bezahlt werden.

Wie die Kreisverwaltung in ihrem Bericht für den Verkehrsausschuss des Kreistages allerdings betont, müsse aber auch bei der Radpendlertrasse eine Machbarkeitsstudie her. Auch hier sollten Pendlerströme und Trassenvarianten überprüft werden. Aber diese Studie würde wohl nicht vom Land gefördert, wie diejenige zum Radschnellweg Mittleres Ruhrgebiet. Die Aussichten für die Radpendlertrasse von Recklinghausen über Herne nach Bochum werden nicht besser, wenn die Kreisverwaltung darauf hinweist, dass bereits heute Radfahrerinnen und Radfahrer aus dem Kreis „zügig die U 35-Haltestelle Schloss Strünkede über bereits bestehende Radpendlertrassen erreichen“ könnten: und zwar über die König-Ludwig-Trasse in Recklinghausen und die Trasse Haldenlandschaft bis Westerholt in Herten.

Die Erfolgsaussichten für eine weitere Trasse schätzt die Verwaltung offenbar gering ein. Der Eindruck stellt sich beim Lesen des Berichts ein. Trotzdem sei die Trassenführung Herten, Recklinghausen und Herne bis zum Schloss Strünkede beim RVR-Arbeitskreis Radwegenetz Ruhr als Schwerpunktprojekt angemeldet worden, so heißt es da. Vor Ende 2018 soll ein Konzept zum regionalen Radwegenetz nicht fertig werden. Dann – so ein möglicher Förder-Silberstreif am Horizont – könnte es Geld aus dem EU-Programm „Grüne Infrastruktur NRW“ geben, hofft die Verwaltung.

Auch beim Radschnellweg Mittleres Ruhrgebiet wird es noch dauern: Nach der Veröffentlichung eines Teiles der Machbarkeitsstudie im Juni geht es jetzt um eine Nutzen-Kosten-Analyse, die der RVR auf den Weg gebracht hat. Beim Radschnellweg Ruhr sei dieses Nutzen-Kosten-Verhältnis mit dem Wert 4,8 „gigantisch gut“, sagte der Bundesvorsitzende des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC), Ulrich Syberg, im Verkehrsausschuss des Kreistages. Der Herner, der als Ingenieur bei der Kreisverwaltung RE arbeitet, lobte das Projekt als zukunftsweisend für die Mobilität im Ruhrgebiet. Jeden Tag würde der Weg, wenn er fertig ist, 50 000 Pkws auf der A40 und pro Tag 400 000 Auto-Kilometer einsparen. Ein großer Meilenstein zur Verwirklichung des Radschnellweges sei dessen Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan.

Der Radschnellweg Ruhr

Länge: 101 km zwischen Hamm und Duisburg

Beteiligt sind die Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen, Hamm und der Kreis Unna.

Die Eröffnung ist weiterhin für 2020 geplant.

Das Projekt RS 1 insgesamt soll bis zu 184 Mio. Euro kosten. Die beteiligten Kommunen werden dabei vom Land unterstützt. Auch der Bund will sich neuerdings mit einer Förderung beteiligen.

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Der Bund beteilige sich jetzt erstmals an Radschnellwegen für Berufspendler. Zunächst nur mit 25 Millionen Euro. Aber wenn erst einmal ein Haushaltstitel vorhanden sei, dann sei die Hoffnung auf mehr Geld aus Berlin berechtigt, so Syberg.

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