Kreishaus-Neubau

Uwe Kähler: "Es ging den Menschen um die Sache"

30.185 Unterschriften gegen den Kreishaus-Naubau hat Uwe Kähler am Montag im Recklinghäuser Kreishaus abgegeben. Seine Mission ist erfüllt, die Lust auf Politik bleibt.

Ein Gefühl der Euphorie wollte sich nicht einstellen, als Uwe Kähler am Montagmorgen gemeinsam mit seinem Mitstreiter Herbert Könning ins Kreishaus kam. "Die Sache war ja lange klar", sagt der Dorstener über das von ihm initiierte Bürgerbegehren gegen den Kreishaus-Neubau. "Das Glücksgefühl hatte sich eingestellt, als die SPD ankündigte, ihren Beschluss zu revidieren."

Herr Kähler, haben Sie eigentlich die Listen und Unterschriften selbst gezählt?

Zumindest die, die nicht von der CDU oder den Linken kamen. Die Listen habe ich gescannt, das ging schneller.

Sie haben in den vergangenen Wochen an ihren Infoständen mit vielen Menschen gesprochen. Ging es denen um die Sache oder war da genereller Ärger zu spüren?

Ich denke, dass mehr als 90 Prozent aller Menschen, die unterschrieben haben, tatsächlich der Sache wegen gekommen sind. Aber natürlich habe ich auch mit einigen gesprochen, die generell sauer sind auf "die Politiker".

Was hat sie eigentlich bewogen, ein Thema anzupacken, dass in der öffentlichen Wahrnehmung nicht gerade höchste Priorität hatte?

Da war schon ein wenig Zufall im Spiel. Am Tag, bevor der Brandbrief von sechs Kreis-Bürgermeistern veröffentlicht wurde, war ich wegen eines Radrennens meines Vereins (des RSC Dorsten, Anm. der Redaktion) in Dorstener Schulen unterwegs und habe gesehen, in welchem Zustand sie sind. Da habe ich mir bei der Zeitungslektüre über den Brief gedacht: Es kann nicht sein, 120 Millionen plus X in ein neues Kreishaus zu stecken und kein Geld für die Schulen zu haben.

Sie haben offensichtlich den Nerv vieler Menschen getroffen. Lust, weiter in der Politik mitzumischen?

Durchaus. Ich habe sogar schon nachgefragt, ob ich eines Tages nicht als sachkundiger Bürger in Fachausschüssen mitarbeiten könnte. Aber da gibt es ein Problem.

Welches?

Ich müsste ein Parteibuch haben. Denn der Schulausschuss kommt für mich nicht in Frage. Meine Frau ist Lehrerin.

Und?

Es gibt für mich derzeit keine Partei, hinter deren Programm ich uneingeschränkt stehe.

Wir könnten Sie für 2020 als parteilosen Bürgermeister ins Gespräch bringen ...

Gute Idee vielleicht, wenn Tobias Stockhoff nicht so beliebt wäre. Der macht einen guten Job, finde ich.

Ach, Sie ziehen sich einfach ein anderes T-Shirt an und mischen die Stadt auf ...

Interessanter Gedanke, aber nein: Das ist im Augenblick kein Thema für mich.

Apropos: Was passiert jetzt eigentlich mit ihrem Bürgerbegehren-Shirt?

Das schicke ich als Paket dem Landrat. Okay, Scherz beiseite: Ich denke, das T-Shirt wird gewaschen und kommt in den Schrank. Es hat seinen Zweck erfüllt.

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