Kriminalität

Strategische Fahndung: 5102 Personen kontrolliert und 100 Haftbefehle vollstreckt

Die NRW-Datenschutzbeauftragte war strikt dagegen, Dortmunds Polizeipräsident setzte sie früh ein: die strategische Fahndung. Jetzt liegt eine erste Bilanz vor.

Es war umstritten und ging doch durchs Landesparlament in Düsseldorf: Das neue nordrhein-westfälische Polizeigesetz bot Demonstranten, Datenschützern und der Opposition eine große Angriffsfläche. Die Dortmunder Polizei zögerte nicht lange und wendete das Instrument zur Kriminalitätsbekämpfung schon fünf Wochen nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes ein. "Würden wir dieses Instrument jetzt nicht anwenden, würden wir den Gesetzgeber ins Leere laufen lassen", sagte Polizeipräsident Gregor Lange Anfang März 2019 im Interview mit unserer Redaktion.

Die strategische Fahndung erlaubt Personen- und Fahrzeug-Kontrollen auch ohne einen konkreten Verdacht. Vom 11. Februar bis zum 7. April konzentrierte sich die Polizei damit auf die Innenstadt und den Stadtbezirk Lütgendortmund im Dortmunder Westen. Um Straftaten zu verhindern und den "unerlaubten Aufenthalt bestimmter Personen" zu erkennen. Schon in der ersten Woche gab es 700 Kontrollen. Vorrangig, um Einbrecher zu stellen und deren Werkzeuge und Beute abzufangen.

Eine Bilanz der Polizei nach fast drei Monate dauernden Kontrollen in beiden Bezirken nennt Zahlen:

Polizeipräsident Gregor Lange will mit der strategischen Fahndung zwei Ziele erreichen:

Mit einem Minus von 32 Prozent im Zeitraum Januar bis März 2019 meldete die Dortmunder Polizei erneut einen Rückgang bei den Wohnungseinbrüchen. Absolut heißt das: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im Vergleich der ersten drei Monate 2018/2019 von 743 auf 505 gesunken. Die Polizei will die Zahlen weiter drücken. Die strategische Fahndung und ein Computermodell mit Prognosen über das Auftreten der Täter und Banden sowie Zeugenhinweise sollen dabei helfen.

Weniger Straftaten

Auch die Gesamtzahl der Straftaten ist im ersten Quartal 2019 nach Angaben der Polizei gesunken: um 17,1 Prozent. Wichtig sind vor allem die Bereiche Straßenkriminalität (-20,7 Prozent) und Gewaltkriminalität (-8,4 Prozent). Sie haben großen Einfluss auf das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen und Bürger.

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