Kriminalitätsbericht

Der Kreis Recklinghausen wird immer sicherer

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KREIS RE - Nordrhein-Westfalen ist so sicher wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Das geht aus dem Kriminalitätsbericht 2018 hervor, den Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch vorgestellt hat. Die Zahl der Straftaten sank im Vergleich zu 2017 um knapp 7 Prozent auf knapp 1,3 Millionen – der niedrigste Stand seit 1991. Zugleich ist die Aufklärungsquote so hoch wie nie: 53,7 Prozent aller Fälle gelten als aufgeklärt.

Noch besser sogar sieht es in wichtigen Bereichen in den zehn Städten des Kreises Recklinghausen plus Bottrop mit zusammen 735.000 Menschen aus, für die die Recklinghäuser Polizei zuständig ist. Hier ist die Kriminalität insgesamt um 3.606 Taten (-6,89 %) gegenüber 2017 gesunken – es ist der niedrigste Wert der letzten 38 Jahre. Vor allem der Rückgang bei den Einbruchsdelikten ist beachtlich: Hier sank die Zahl der Taten auf den niedrigsten Wert seit 30 Jahren. 646 Delikte weniger als 2017 ergeben insgesamt 1396 Fälle (-31,64 %). Auf NRW-Ebene ging die Zahl der Einbrüche nur um knapp 25 Prozent zurück. Allerdings bedeutet das nicht , dass auch jedes Mal ein Einbrecher in der Wohnung war: In 48,71 % der Fälle im Bereich Recklinghausen blieb es bei Versuchen, sie werden in der Statistik schlicht mitgezählt. 2016 lag die Zahl der Wohnungseinbrüche noch bei 2732 (46,85 % Versuche).

Gute Polizeiarbeit gepaart mit Glück

Gibt es Erklärungen für den Rückgang? Für Holger Haufmann, Leitender Kriminaldirektor und Vertreter von Präsidentin Friederike Zurhausen im Präsidium Recklinghausen, ist die Entwicklung Resultat von Polizeiarbeit und begünstigenden Faktoren. „Dazu gehört aus meiner Sicht die Strafverschärfung für den Wohnungseinbruch. Wir sind bei der Spurensuche und -sicherung, bei der erkennungsdienstlichen Behandlung von Tatverdächtigen richtig gut. Einen Wert von fast 50 Prozent Versuchen hatten wir noch nie – auch ein Erfolg der Kriminalprävention. Wir überlegen jede Woche neu, wo sich Brennpunkte anbahnen könnten. Dann folgen verdeckte und offene Maßnahmen, jeder zieht mit – im Zweifel legt auch der Verkehrsdienst Geschwindigkeitskontrollen in diesen Bereich. Es ist nur eine persönliche Mutmaßung, aber ich glaube, dass Straftäter Kosten-Nutzen-Rechnungen anstellen. Was ist für mich zu holen, wenn Wohnungen und Häuser besser gesichert sind, der Fahndungsdruck steigt, das Entdeckungsrisiko durch immer aufmerksamere Nachbarn steigt?“

Haufmanns Appell an die Bürger: „Melden Sie uns Verdächtiges, niemand muss das Gefühl haben, dass er ,stört‘ – wir brauchen jede Information. Wenn wir alles wüssten, was Leute so mitbekommen, hätten wir Traum-Aufklärungsquoten.“ Immerhin, auch sie ist im Bereich des Präsidiums Recklinghausen gestiegen: Um 1,92 Prozentpunkte gegenüber 2017 auf 54,29 Prozent. Dabei schwanken die Zahlen aber gewaltig: Wurden einerseits sämtliche Tötungsdelikte (19) aufgeklärt, kamen die meisten Taschendiebe ungeschoren davon: Hier konnten nur 4,62 Prozent (von 1061 Fällen) aufgeklärt werden.

Apropos Tötungsdelikte: Sie sind die Schattenseite der Statistik: 19 registrierte die Polizei RE (2017: 13). Bei 15 Fällen überlebte das Opfer zum Glück, vier Menschen aus dem Vest kamen aber ums Leben (2017: 2). Auch im Land stieg die Zahl der Tötungsdelikte von 113 auf 140. Meistens handelte es sich übrigens um Beziehungstaten.

So gefährlich ist es in den Kreis-Städten

Die Kriminalitätshäufigkeitszahl (je höher, desto mehr Kriminalität) ist der Gradmesser der Gefährdung in einer Stadt oder Region. Sie ergibt sich, indem alle bekannt gewordenen Straftaten auf 100.000 Einwohner bezogen werden. Für den Kreis Recklinghausen ergibt sich: 1. Recklinghausen 8836 2. Marl 7746 3. Herten 6896 4. Dorsten 6604 5. Castrop-Rauxel 6525 6. Datteln 5989 7. Waltrop 5548 8. Haltern 5474 9. Oer-Erkenschw. 5211 10. Gladbeck 5114

Kreispolizeibezirk 6639 Land NRW 716

Ein Problemfeld bleibt die Ausländerkriminalität: Ein Drittel der Tatverdächtigen in NRW waren Nichtdeutsche, der Bevölkerungsanteil beträgt 12,8 %. Tendenz: steigend. Bei der gesondert erfassten Gruppe der Asylbewerber, die 2015 als Geflüchtete kamen, nahm die Zahl der Verdächtigen leicht ab.

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