Kunstausstellung

Sabine Klemp flicht Bilder aus Stein, Papier und Röntgenaufnahmen

Dortmund - Manche Dinge fasst man einfach gern an: wuschelige Kinderköpfe, Tierfelle, Samt, Spare Ribs - und Steinskulpturen. Zum Beispiel die Steinbilder von Sabine Klemp, die sie im Depot ausstellt.

Anfassen darf man ihre Steinskulpturen ruhig, sagt die Lüner Bildhauerin Sabine Klemp. Wenn man keine Ringe trägt. Viele ihrer Steine sind weich, und Ringe kratzen.

Ihre Steine sind hart und sehen weich aus

Nun sind weiche Steine immer noch Steine und damit ziemlich fest und hart. Klemp versteht es jedoch, sie weich aussehen zu lassen. Zum Beispiel den brombeerjoghurtfarben marmorierten "Galastone multicolor" (so heißt der Stein, nicht das Kunstwerk). Sie hat ihn extra für diese Ausstellung gemacht.

Sie wollte eine Form, die aussieht wie ein um sich selbst geschlungenes Band. Habe etwa 100 Arbeitsstunden gedauert, schätzt Klemp. Vor allem das Schleifen und Polieren koste Zeit, bis die Oberfläche diesen typischen wächsernen Schimmer erhält. "Knoten" nennt sie die Arbeit, aber sie hat noch keinen offiziellen Titel.

Sie macht abstrakte Collagen mit erkennbarer Geste

Bänder sind eins ihrer Hauptmotive. In vielen Wandbildern flicht sie Papierstreifen ineinander zu engmaschigen Netzen. Ihre Farben sind zart und warm, Hellblau, Orange, erdige Brauntöne.

Sie kombiniert Papierstreifen und -flächen, geschnitten und gerissen, mit Siebdrucken zu leichten, vieldeutigen Collagen mit markanter künstlerischer Geste.

Die Flechtwerke der Wandbilder überträgt Klemp auch in Steinwerke. Insofern greift der Titel der Schau "Drunter und Drüber ... weil es Freude macht" ein Motiv auf, das die meisten Stücke der Ausstellung prägt.

Einschub: Muss eigentlich noch jemand bei dem Titel der Schau an diese Szene aus der Sesamstraße denken?

Was steckt in den Menschen, die nur durch Oberfläche auffallen?

Zurück zur Ausstellung: In einer weiteren Wandbildserie schneidet sie Fotos von Menschen aus Modemagazinen aus, auch deren Inneres, lässt nur die Konturen und einige Streifen des Figurinneren übrig. Sie frage sich, was in diesen Menschen stecke, sagt Klemp, Menschen, die durch bloße Oberfläche und Inszenierung auffallen.

Durch die Schnittlöcher wird jedoch (selbstverständlich) nicht das Innere der Figuren sichtbar, sondern der Bildhintergrund. Die Löcher repräsentieren die Frage, nicht die Antwort. Ist schließlich Kunst, keine Wissenschaft.

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