Landgericht Bochum

55-Jähriger von Vergewaltigungsvorwurf freigesprochen

RECKLINGHAUSEN - Ein 55-jähriger Recklinghäuser ist am Landgericht Bochum vom Vorwurf der Vergewaltigung seiner Ehefrau freigesprochen worden. Das Gericht hatte Zweifel an der Glaubwürdigkeit der Frau. Die Staatsanwaltschaft hingegen hat sofort Revision eingelegt.

Im Prozess war es um zwei brutale Vergewaltigungen, um Bestrafungsaktionen und Quälerei gegangen. Die Bochumer Richter gingen zwar nicht von einer bewussten Falschaussage der Ehefrau des Angeklagten aus. Wegen ihrer Persönlichkeitsstruktur sei aber nicht auszuschließen, dass sie unbewusst an etwas glaube, das es so möglicherweise nicht gegeben habe, hieß es. Auch eine Glaubwürdigkeitsgutachterin hatte Zweifel an der Aussage geäußert.

Die Mutter aus Recklinghausen hatte geschildert, dass sie von ihrem Mann unterdrückt, gefesselt und sexuell gequält worden ist. Dabei seien auch Gegenstände eingesetzt worden. Der 55-Jährige sei brutal und manipulativ. Alle würden denken, er sei ein netter Mensch. Doch das stimme nicht. Einmal sei sie sogar in den Keller gesperrt worden, nur weil sie aus seiner Sicht zu spät nach Hause gekommen sei. Und ihrem Sohn sei das Internet abgestellt worden, obwohl er sich gerade mitten im Abitur befunden habe. Außerdem hätte ihr Mann ihm zur Strafe Zigaretten auf dem Arm ausgedrückt.

Anklägerin Heike Pauer hatte für den Mann aus Recklinghausen vier Jahre Haft gefordert. Den Freispruch will sie auf keinen Fall akzeptieren. Nun geht der Fall zum Bundesgerichtshof nach Karlsruhe, wo das Urteil auf Rechtsfehler überprüft wird.

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