Landgericht Bochum

Drogen am Hafen: Hauptangeklagter legt bei "Schweden-Schmuggel" Teilgeständnis ab

"Das war die krasseste Situation meines Lebens." Mit diesen Worten hat ein rund um den Dortmunder Hafen aktiver Drogenhändler seine Verstrickung in einen 20-Kilo-Deal in Schweden zugegeben.

Mit einem Teilgeständnis ist der Prozess um kiloschwere Rauschgiftgeschäfte rund um den Dortmunder Hafen fortgesetzt worden. Der Hauptangeklagte (29) nickte mehrere Drogendeals ab - sein mutmaßlicher Komplize dagegen will von gar nichts gewusst haben.

Nachdem die Richter dem 29-Jährigen zuletzt für den Fall eines Geständnisses bis zu sechseinhalb Jahre Haft signalisiert hatten, brach der Mann am dritten Verhandlungstag dann doch noch sein Schweigen. Er gab zu, zweimal mit jeweils 100 Gramm Kokain gehandelt zu haben. Außerdem gab er seine Verstrickung in eine 20 Kilogramm schwere "Schweden-Geschichte" zu. Darüber hinaus angeklagte Deals mit zwei Kilogramm Kokain, fünf Litern Amphetamin-Öl könne er einfach nicht einräumen. "Das stimmt einfach nicht", sagte der 29-Jährige.

"Schweden-Geschichte" abgenickt

Die angesprochene "Schweden-Geschichte" will der vorbestrafte Angeklagte allerdings nicht als zugegebene 20-Kilo-Schmuggelfahrt von Holland über Dortmund bis nach Skandinavien (so wie die Anklage) verstanden wissen, sondern als riskante Drogenfahrt innerhalb von Schweden.

Er sei nämlich damals bereits in Malmö bei einem Freund gewesen, als sich plötzlich die Möglichkeit einer Kurierfahrt nach Stockholm ergeben habe. Sein Freund sei dann schließlich bei der Pkw-Kolonnenfahrt mit 20 Kilo Marihuana im Gepäck aufgeflogen - er habe sich so gerade noch absetzen können.

Fakt ist: Aktuell sitzen beide Angeklagte nach ihren späteren Festnahmen am Dortmunder Hafen in U-Haft.

Mitangeklagter beteuert seine Unschuld

Der Mitangeklagte beteuerte dagegen gestern seine Unschuld. Er sei zwar im fraglichen Zeitraum (März 2018) auch in Schweden gewesen. "Ich wusste aber von der ganzen Sache nichts", so der 26-Jährige.

Beiden Angeklagten drohen im Falle der Verurteilung wegen Drogenschmuggels mehrjährige, empfindliche Gefängnisstrafen. Die Richter hatten dem Duo zuletzt für den Fall von Geständnissen sechseinhalb beziehungsweise vier Jahre Haft signalisiert. Urteil: frühestens am 21. Februar.

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