Landgericht Bochum

Erbeutete Uhr bringt Wohnungseinbrecher in Bedrängnis

Im Prozess um einen spektakulären Tresor-Diebstahl ist ein vielfach vorbestrafter Wohnungseinbrecher aus der Nordstadt belastet worden. Und das ausgerechnet von seinem ehemals besten Freund.

Bei dem Coup in Datteln waren am 26. Januar 2015 Geld und Schmuck im Wert von mehr als 100.000 Euro erbeutet worden. "Er war dabei und hat geholfen", behauptete einer der Einbrecher am Freitag am Bochumer Landgericht über den Angeklagten aus der Nordstadt.

Vor allem eine Platin-Armbanduhr der Marke "Ebel" (angeblich 12.000 Euro wert) habe es dem vorbestraften Wohnungseinbrecher auf der Anklagebank damals besonders angetan gehabt. "Er wollte die Uhr unbedingt haben", erinnerte sich der in dieser Sache bereits am Dortmunder Landgericht verurteilte Einbrecher noch genau an die Verteilung der Beute.

Nach dem Coup in Datteln sei er zusammen mit dem Angeklagten auf einen Schrottplatz im Osten von Dortmund gefahren. Dort habe man den Tresor aufgebrochen und den Inhalt aufgeteilt.

Ausgepackt nach Pistolen-Drohungen

Fest steht: Die beiden Männer waren jahrzehntelang beste Freunde und haben zahlreiche Straftaten verübt. Zurzeit sitzen beide in verschiedenen Gefängnissen. Nach angeblichen Drohungen des jetzt Angeklagten gegen die Tochter des Ex-Kumpels hatte der dann schließlich seine Ganoven-Ehre ("Ich habe in all den Jahren noch nie einen Namen von einem Mittäter verraten") über Bord geworfen und die Vorwürfe bei der Polizei zu Protokoll gegeben.

Inzwischen hat der Zeuge nach eigenen Angaben für den Angeklagten nur noch Verachtung übrig. "Es tut mir wirklich leid, dass ich mit so einem Mann so viel Zeit in meinem Leben verbracht habe", sagte er am Freitag.

Angeklagter will Uhr gekauft haben

Der Angeklagte fühlt sich von seinem ehemals besten Kumpel dagegen schamlos angezinkt. Der 47-Jährige will gar nicht bestreiten, dass er seinerzeit mit der Uhr aus der Beute hantiert hat. Dass die Armbanduhr aus einem Einbruch stamme, sei ihm auch bewusst gewesen. Er beteuerte jedoch bereits zum Prozessauftakt vor einer Woche: "Ich habe die Uhr damals gekauft und weiter verschenkt." Dass er selbst bei dem Einbruch dabei gewesen sei, sei schlicht und einfach frei erfunden.

Laut Anklage sollen die beiden Männer am 26. Januar 2015 in einem Wohnhaus in Datteln abgeräumt haben. Damals wurde ein schwerer Panzerschrank, in dem die Hausbewohner ihre gesamten Ersparnisse aufbewahrt hatten, aus der Verankerung gerissen und abtransportiert.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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