Landgericht

Castrop-Rauxeler wurde nach gefährlichem Sex-Spiel freigesprochen

CASTROP-RAUXEL - Ein junger Mann aus Castrop-Rauxel würgt seine 16-jährige Freundin bei sexuellen Handlungen. Eine Vergewaltigung? Nein, entschieden die Richter und sprachen den Angeklagten frei.

Knapp zehn Monate ist es her, dass sich der 24-jährige Angeklagte mit der Schülerin in einem Waldstück in Essen getroffen hat. So war es verabredet. Die beiden gingen zu einer Hütte, dort kam es zu sexuellen Handlungen, bei denen die 16-Jährige gewürgt wurde.

Und zwar bis zur Bewusstlosigkeit, hatte sie der Polizei später erzählt. Für den 24-Jährigen hatte das dramatische Folgen. Er war am nächsten Tag sofort festgenommen worden und saß rund einen Monat in Untersuchungshaft.

Erst als die 16-Jährige aus Essen damit herausrückte, dass sie das Würgen selbst gewollt und genehmigt hat, kam der Angeklagte wieder frei.

Wirklich bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt?

Im Prozess vor dem Essener Landgericht war es nun eigentlich nur noch um die Frage gegangen, ob der Angeklagte die Schülerin wirklich bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt hat. Denn das wäre auf keinen Fall erlaubt - egal, ob die 16-Jährige vorher zugestimmt hat oder nicht. Diese Handlung wäre laut Gericht so gefährlich, dass man darin nicht mehr einwilligen kann. Das habe auch der Bundesgerichtshof schon so entschieden.

Kurz bewusstlos oder nicht? Am Ende konnte genau diese Frage nicht sicher beantwortet werden. Dazu waren die Aussagen der 16-Jährigen offenbar zu wackelig. Was sie genau gesagt hat, ist allerdings nicht bekannt. Ihre Vernehmung fand komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dasselbe galt auch für die Einlassung des Angeklagten.

Angeblicher Übergriff in Umkleidekabine

Auch bei einem weiteren Vorwurf reichte es nicht zu einer Verurteilung. Dem 24-jährigen Castrop-Rauxeler war zusätzlich vorgeworfen worden, die Schülerin bei der Anprobe eines Kostüms in der Umkleide eines Essener Einkaufszentrums begrapscht zu haben. Und zwar gegen ihren Willen. Doch auch hier waren die Aussagen der 16-Jährigen offenbar nicht eindeutig genug.

Der Angeklagte und die Schülerin sollen sich über das Internet kennen gelernt haben. Auch schon vor den beiden Treffen im Einkaufszentrum und im Wald ist es angeblich zu einvernehmlichen sexuellen Handlungen gekommen.

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