Landgericht Dortmund

Bluttat auf Parkdeck in Hörde: Staatsanwaltschaft legt Revision ein

Das Urteil im Prozess um die tödliche Bluttat auf einem Parkdeck in Hörde soll vom Bundesgerichtshof überprüft werden. Die Staatsanwaltschaft hat Revision eingelegt.

Die Jugendstrafkammer des Dortmunder Landgerichts hatte die heute 17-jährige Angeklagte am 13. Februar zu sechs Jahren und vier Monaten Jugendhaft verurteilt.

Anders als die Staatsanwaltschaft bewerteten die Richter die Tat nicht als Totschlag, sondern als Körperverletzung mit Todesfolge. Es sei nicht sicher feststellbar, dass die Schülerin den Tod ihrer 15-jährigen Kontrahentin wirklich gewollt oder auch nur bewusst in Kauf genommen habe.

An jenem verhängnisvollen Abend im Februar 2018 waren die beiden Mädchen, wie es heißt, aus völlig nichtigem Anlass aneinandergeraten. Verteidigerin Henrette Lyndian hatte in diesem Zusammenhang von "Banalitäten" gesprochen, ohne dies näher zu erläutern.

Messerstich mitten ins Herz

Laut Verteidigerin habe die 17-Jährige eingesehen, dass sie schwere Schuld auf sich geladen habe. In dem Moment des Messerstichs, der mitten ins Herz des Opfers eindrang, habe sie jedoch keinen Tötungsvorsatz gehabt.

Sobald die schriftliche Urteilsbegründung vorliegt, hat die Staatsanwaltschaft einen Monat Zeit, die Revision zu begründen. Danach werden die Akten an den Bundesgerichtshof versandt, der das Urteil dann auf Rechtsfehler überprüft.

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